PLATTENPROJEKTE

Es gibt DVDs, CDs und spezielle Serien, die sich den herkömmlichen Kriterien einer Rezension entziehen. Gerade in einer Zeit, in der Tonträger preiswert produziert werden können, die Menge an Veröffentlichungen inflationär ist und gleichzeitig die Bedeutung des Konzepts CD angesichts neuer verfügbarer Medien mehr und mehr in Frage gestellt zu sein scheint, sind anspruchsvolle Serien besonders wichtig. Engagierte Vorhaben, ganz gleich ob tatsächliche oder angebliche, müssen sich mit strengeren Maßstäben messen lassen als zum Beispiel eine ordinäre Kompilation.


In diesem Heft schreibt MIKE KAMP über


DIVERSE
Short Sharp Shanties Vol. 1-3

(Wildgoose Records,
go! www.wildgoose.co.uk )
54 Tracks plus 2 Bonustracks, 154:21

Die Lieder eines Seemanns aus Westengland
Short Sharp Shanties

SHORT SHARP SHANTIES 2 SHORT SHARP SHANTIES 3

Es zählt in anglophilen Folkloristenkreisen zur Allgemeinbildung, dass der wohl wichtigste Volksliedsammler Englands Cecil Sharp heißt. Am Anfang des letzten Jahrhunderts bereiste er vor allem den südlichen Teil des Landes und dort traf er 1914 in der Grafschaft Somerset einen gewissen Herrn John Short. Der erwies sich als wahre Fundgrube und sang dem entzückten Sharp fast sechzig Lieder ins Notizbuch. Short wurde auf seiner Arbeit auch Yankee Jack genannt, denn er verbrachte etwa fünfzig Jahre seines Lebens als Matrose auf Segelschiffen. Seine Überlieferungen waren also Shanties, die rhythmischen Lieder, die die Seeleute zur Arbeit sangen, meist nach dem Schema Vorsänger/Chor. SHORT SHARP SHANTIES 1 Wenn also ein Herr Short einem Herrn Sharp Shanties vorsingt, dann sind das – genau – Short-Sharp-Shanties. Das dachte sich auch John Brown, bei dem die Folkmusik in der Familie liegt und der zusammen mit seiner Frau Barbara die Sharp-Manuskripte bereits 1979 bei Forschungsarbeiten entdeckte. Immer schon an maritimer Kultur interessiert, faszinierten ihn diese Versionen der Seemannslieder, die wesentlich älter waren als die, die in der Folkszene gesungen wurden. Die Aufnahme dieser Lieder war ihm seit damals ein Anliegen.

Wenn man die drei CDs durchhört, dann entdeckt man selbst als leidlicher Folkie tatsächlich einige bekannte Melodien: „Shallow Brown“, „Blow Boys Blow“, „Santy Anna“, „Shanadore“, „Heave Away, My Johnny“, „Bully In The Alley“ oder „Haul Away Joe“ zum Beispiel sind alles Shanties, die im Repertoire nicht nur englischer Folkkünstler weit verbreitet sind, wenn auch häufig unter ähnlichen oder gänzlich anderen Namen.

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Update vom
27.12.2012
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