PLATTENPROJEKTE

Es gibt DVDs, CDs und spezielle Serien, die sich den herkömmlichen Kriterien einer Rezension entziehen. Gerade in einer Zeit, in der Tonträger preiswert produziert werden können, die Menge an Veröffentlichungen inflationär ist und gleichzeitig die Bedeutung des CD-Konzepts angesichts neuer verfügbarer Medien mehr und mehr in Frage gestellt zu sein scheint, sind anspruchsvolle Serien besonders wichtig. Engagierte Vorhaben, ganz gleich ob tatsächliche oder angebliche, müssen sich mit strengeren Maßstäben messen lassen als zum Beispiel eine ordinäre Kompilation. In diesem Heft schreibt KATRIN WILKE über

Die unerträglich schöne Schwere des Tango
Tango – An Anthology

go! www.sonybmg.de

DIVERSE
Tango – An Anthology

(Sony BMG, www.sonybmg.de)
15 CDs, 225 Tracks, 72:17, 50-seitiges Heft, engl. Infos

Tango – An Anthology

Soll er wirklich nur gut einhundert Jahre auf dem Buckel oder, eleganter ausgedrückt, auf dem Rücken haben? Der Tango, möchte man meinen, könnte gut und gerne so alt sein wie die menschliche Seelenpein überhaupt. Um die dreht sich der von Buenos Aires, des Weiteren von Montevideo aus in die Welt gewanderte Tanz- und Musikstil im Wesentlichen, wird hörbar in den gesungenen und nicht minder spürbar in den instrumentalen Minidramen. In denen geht die Sonne eher unter als auf, wird nie frohgemut einer neuen Liebe gefrönt. Die sehnt man vielmehr – demütig oder trotzig-stolz singend – herbei, ein anderes Leben, einen Neuanfang.

Tango

Nun kann man anhand von 225 auf 15 CDs versammelten Tangos, Milongas und Walzern gut zwölf Stunden lang die markantesten Entwicklungslinien dieser Musiktradition mitverfolgen. Zeit genug, sich ihres speziellen Charismas zu versichern, der textpoetischen Delikatessen des Tango und seiner charaktervollen Synkopen und Rhythmenbrüche. Gerade diese geraten nämlich im aktuell angesagten Tango Electrónico zumeist ins Hintertreffen. Obschon dieser seit Ende der Neunzigerjahre vor allem in Argentinien und Europa entwickelte neueste Trend, den Tango für den Klub flott, somit aber auch rhythmisch und melodisch „berechenbarer“ zu machen, ihm zweifellos zu noch größerer Popularität und zum Status des „Global Player“ verholfen hat.

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Update vom
22.12.2011
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