5 Minuten mit...

Hubert von Goisern

Ein Österreicher mit deutscher Auszeichnung

Johan Meijer - Foto: Diete Oudesluijs
Hatte man versäumt, ihn rechtzeitig zu informieren? Genaues ist nachträglich nicht mehr zu eruieren, aber an sein überraschtes Stirnrunzeln kann sich der in Bad Goisern gebürtige Hubert Achleitner alias Hubert von Goisern noch gut erinnern, als er im Frühling dieses Jahres während der Frühstückslektüre in seinem Salzburger Domizil aus einer angesehenen österreichischen Tageszeitung erfuhr, dass ihm ein „Weltmusikpreis“ zuteilwurde. Nämlich die sogenannte „Deutsche Ruth – für Künstler mit Wurzeln in deutschen Musiktraditionen“. Ein schnelles Telefonat mit seinem Münchener Management sollte klären, ob er denn als Österreicher überhaupt einen „deutschen Preis“ entgegennehmen dürfe.

TEXT: MATTI GOLDSCHMIDT

AKTUELLE CD:
Entwederundoder
(Capriola/Sony, 2011)

Entwederundoder

HUBERT VON GOISERN UNTERWEGS:
go! www.hubertvongoisern.com , go! www.blankomusik.de
19.01.12 CH-Zürich: Kaufleuten
20.01.12 CH-Bern: Bierhübli
22.01.12 78-Tuttlingen: Stadthalle
23.01.12 79-Lörrach: Burghof
24.01.12 67-Kaiserslautern: Kammgarn
25.01.12 A-Graz: Orpheum
26.01.12 A-Linz: Posthof
02.02.12 87-Kempten: Big Box
03.02.12 84-Landshut: Eskara-Halle
05.02.12 76-Karlsruhe: Tollhaus
06.02.12 70-Stuttgart: Liederhalle
07.02.12 60-Frankfurt: Jahrhunderthalle
08.02.12 04-Leipzig: Haus Auensee
10.02.12 01-Dresden: Alter Schlachthof
11.02.12 39-Magdeburg: Altes Theater
12.02.12 99-Erfurt: Stadtgarten
10.03.12 51-Köln: E-Werk
11.03.12 30-Hannover: Capitol
12.03.12 10-Berlin: Admiralspalast
13.03.12 33-Bielefeld: Ringlokschuppen
15.03.12 20-Hamburg: Docks
16.03.12 28-Bremen: Pier 2
17.03.12 45-Mülheim: Ringlokschuppen
12.04.12 A-Innsbruck: Olympiahalle
13.04.12 94-Passau: Dreiländerhalle
14.04.12 89-Ulm: Ratiopharm-Arena
15.04.12 A-Wien: Museumsquartier
18.04.12 90-Nürnberg: Meistersingerhalle
19.04.12 68-Mannheim: Rosengarten
20.04.12 93-Regensburg: Donau-Arena
21.04.12 80-München: Circus Krone
20.07.12 66-Losheim/See: Strandbad

go! www.hubertvongoisern.com
„Jojo, den Preis host wiakli kriagt.“

Jojo, den Preis host wiakli kriagt“, antwortete Hage Hein von Blankomusik, und somit wurde aus der vermeintlichen Ente süßer Ernst: Hubert von Goisern wurde im Juli auf dem 21. TFF in Rudolstadt in feierlicher Zeremonie der deutsche Weltmusikpreis verliehen für „Spitzenleistungen herausragender Protagonisten des Genres“, denen „eine wichtige Rolle für das Selbstverständnis und die öffentliche Wahrnehmung von Weltmusik in Deutschland“ zufiele. Außer auf der Bühne selbst blieb bei diesem Anlass wegen Dauerregens kaum etwas trocken. Der Freude über die Auszeichnung tat dies jedoch keinen Abbruch – von Goisern habe sich richtig geehrt gefühlt. Von einem möglichen (nationalen) „Missverständnis“ kann man seitdem also nicht mehr sprechen.

Das Preisträgerkonzert in Rudolstadt fand in ungewohnt eingeschränkter Besetzung statt: Aus dem vielköpfigen Ensemble der zweijährigen Linz Europa Tour mit immer wieder wechselnden Gastmusikern war nun (es sei an die Alpinkatzen vor rund zwanzig Jahren erinnert) ein Quartett geworden. Hubert von Goisern nannte es seine „musikalische Guerillatruppe“ mit Alex Pohn am Schlagzeug, Helmut Schartlmüller am Bass und Severin Trogbacher an der Gitarre. Mit ihnen spielt der Ruth-Preisträger bereits seit 2007 zusammen. Dahinter steht die Idee, nach Jahren der Reise, des Umherziehens und der musikalischen Rücksichtnahme wieder „erdiger“ zu werden. Damit wolle er einfach „intimer, persönlicher in den Kompositionen“ sein. Über Jahre habe er sich, wenn auch ganz gezielt und bewusst, „zurückgenommen“. Während der Konzertschiffphase wollte von Goisern seinen Kollegen „Platz machen“, wobei durchaus konsequent unter anderem auch „Kompositionskollektive“ entstanden und er schließlich nur noch für die Texte zuständig war.

Das soll nun anders werden: In einer über ein Jahr dauernden „kreativen Pause“ sammelte Hubert von Goisern neue Ideen, traf sich schließlich mit den genannten Musikern in einem Salzburger Studio, in dem dann gemeinsam die Endarrangements für das neue Album Entweder und oder ausgearbeitet wurden, das nach Erscheinen schnell die Verkaufscharts in Österreich (Platz 4) und Deutschland (Platz 13) hinaufstieg. Mit dem Zurück zu einer Viermannband werden einerseits neue Wege eingeschlagen: Die „Urgewalt“ von damals weicht heute durchaus „subtileren Tönen“, die bereits in Alben wie Fön und Trad und Trad II ihren Ausdruck fanden.

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Update vom
24.10.2011
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