Es gibt durchaus einige Gründe, auf unsere nördlichen Nachbarn neidisch zu sein.
Das kleine Völkchen der Dänen mit seinen zirka fünfeinhalb Millionen Menschen
besitzt folkmusikalisch alles das, was das verhältnismäßig riesige Deutschland
so nicht hat: universitäre Studiengänge für die heimische Volksmusik, daraus
resultierend eine relativ große Anzahl bestens ausgebildeter Musiker und
Musikerinnen, die landeseigene Musik neu und frisch interpretieren, und mit dem
Folkemusikkens Fælles Sekretariat – dem Danish Folk Council („dänischer
Folkrat“) unter der Leitung von P. B. Guldbrand – eine bestens
funktionierende Lobbyorganisation, die tatsächlich Dinge spürbar bewegt. Und es
hat Plattenfirmen, die gute Musik verbreiten. Eine davon feierte 2007 ihr
Zehnjähriges. Nicht irgendein Label, sondern klar und nachweisbar
das
dänische Label für Folk: GO’ Danish Folk Music.
„Mit Folkmusik kannst du zwar nicht reich werden, es ist Minderheitenmusik, aber
es gibt immer wieder Künstler, Gruppen oder junge, hoffnungsvolle
Nachwuchsmusiker, die sind so gut, die sollten veröffentlicht werden.“
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Von Mike Kamp
Eigentlich hatte Erling Olsen 1997 keine Plattenfirma im Kopf. Der
Fiddlespezialist für traditionelle skandinavische Musik, der seit 1980 in der
Band Spælimenninir aktiv ist, war damals eigentlich nur enttäuscht von der
Tatsache, dass man dänische Folkmusik im eigenen Land nicht problemlos im Laden
erhalten konnte. Genau das wollte er ändern und versuchte es zuerst bei
arrivierten Vertrieben. Die winkten nur müde ab. Folkmusik? Dazu auch noch
dänische? Nein danke, damit ist keine müde Øre zu verdienen. Was also blieb dem
positiv denkenden und tatkräftigen Unterstützer der einheimischen Szene anderes
übrig als die Sache selbst in die Hand zu nehmen. GO’ Danish Folk Music war das
Resultat, ein Vertrieb für dänische Folkmusikerinnen und -musiker, „damit die
Jungs und Mädchen ihre CDs unter dem Bett hervor oder aus dem Schuppen
herausholen konnten. Und entstauben mussten sie ihre Silberlinge auch noch!“,
wie sich Olsen schmunzelnd erinnert. Der dänische Labelname bedeutet übrigens
soviel wie „gut“ oder gar „ausgezeichnet“ (und das Apostroph ist Bestandteil der
Lautschrift), wobei die vorwärtsweisende englische Übersetzung ausdrücklich auch
gerne als Interpretation akzeptiert wird.
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im Folker! 1/2009
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