„EIN TRAUMPUBLIKUM“CARAAUS DEM SCHWABENLAND ÜBER DEN GROSSEN TEICH
„CARA ZÄHLT HEUTE ZU DEN BESTEN VERTRETERN DER IRISCHEN MUSIK. GANZ GLEICH OB SIE AUTHENTISCH-TRADITIONELL AUFSPIELEN ODER MIT IHREN EIGENEN KOMPOSITIONEN ZU MUSIKALISCHEN HOCHFLÜGEN AUFSTEIGEN, DIE WISSEN UM IHR HANDWERK.“ Mit diesem Lob Pat Garretts, dem Begründer von Real Good Music (RGM), einer der Topagenturen in den USA, machte sich die deutsche Band Cara im Sommer 2007 auf den Weg, um das nordamerikanische Publikum zu erobern. Nach einem Auftritt in Tucson meinte der Musikpromoter: „Wir hatten zuvor noch kein so bravouröses Konzert wie dieses!“ Als Ergebnis der Tour hat sich die Band in den Staaten eine Fangemeinde erspielt. Lediglich die Kojoten and Javelina-Wildschweine in Vail müssen noch zum Tanz zur Musik Caras bewegt werden. Das jedoch ist nur eine Frage der Zeit. Von Bernd Häber* und Willi Rodrian |
Diskografie: |
In Deutschland gibt es mittlerweile unzählige Bands, die mehr oder weniger
authentisch Musik spielen, die von der Tradition der grünen Insel inspiriert
ist. Aber mit Cara ist nun erstmals einer deutschen Folkband der Sprung über den
großen Teich gelungen, und der dritte USA-Besuch ist für den kommenden September
bereits gebucht. Auf die Frage, wie die deutsche Gruppe zu RGM kam, sagt Gudrun
Walther: „Das war ein Zufall und eine große Portion Glück! Freunde und Kollegen
arbeiteten mit Pat und empfahlen uns. So haben wir unsere CD dorthin geschickt,
und sie traf zu einem Zeitpunkt bei ihm ein, als er sowieso eine weitere Band
unter Vertrag nehmen wollte. Unsere Musik traf dort auf offene Ohren – worüber
wir natürlich außerordentlich glücklich sind. Ein echter Volltreffer!“
Sowohl in den USA als auch in Europa hat die irische und schottische traditionelle Musik beim Konzertpublikum einen ungebrochen hohen Stellenwert. Diese Erfahrung konnten die Mitglieder Caras schon auf ihrer ersten Tournee im Sommer 2007 machen: „Wir haben festgestellt, dass das amerikanische Publikum sehr gut zuhört und fachlich sehr kompetent ist. Man wird auf viele instrumentenspezifische Dinge und Arrangements angesprochen, was in Europa eher ungewöhnlich ist, es sei denn, es sind Musiker im Publikum. Für uns ist es ein Traumpublikum.“
„Durch unseren ‚Außenseiter‘ – Blick auf Irland und die dortige traditionelle
Musik sowie durch unsere Erfahrungen in anderen europäischen Folkstilen klingen
wir anders als eine Band aus Irland.“
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Das fand sich auch am 7. März 2008 beim Auftaktkonzert der diesjährigen Cara-Tournee im Berger Performing Arts Center in Tucson ein: Vor ausverkauftem Haus mit über fünfhundert Plätzen gestand Konzertpromoter Garrett in seinem Grußwort: „Als ich die erste CD der Band hörte, war das für mich der interessanteste Klang keltischer Musik, den ich je gehört hatte – und ich hatte zuvor weiß Gott eine Menge gehört.“ Mit außerordentlicher Virtuosität zogen Cara das Publikum sofort in den Bann und ließen es bis zum Ende nicht mehr los. Brillanter Satzgesang gepaart mit perfekt gesetzten instrumentalen Akzenten von Flöte, Gitarre, Fiddle, Uilleann Pipes, Bodhrán und Klavier veranlassten das Publikum immer wieder zu begeisterten Beifallsstürmen. Bei drei Instrumentalstücken wurde die deutsche Band an diesem Abend von Tänzern der Maguire Academy of Irish Dance begleitet. Am Ende des Konzerts gab es Standing Ovations!
Wenige Tage später standen Cara im berühmten Freight & Salvage in Berkeley auf der Bühne. Wie in Tucson waren im Publikum Vertreter verschiedener Generationen zu finden mit unterschiedlichen musikalischen Erwartungen. Einige von ihnen hatten die deutschen Musiker zuvor lediglich im Internet gehört. Erneut brillierten sie und bekamen dafür viel Beifall. Für das Publikum spielte die Tatsache, dass Cara aus Deutschland kommen, keine Rolle. Was zählte, war die einzigartige Vorstellung und die Atmosphäre, die von der Bühne kam. „Mich interessiert nicht die Bohne, wo die herkommen. Das ist eine erstklassige Darbietung mit dem besonderen Etwas, einzigartigem Harmoniegesang und einer Mischung aus traditioneller Musik und eigenem Material“, meinte eine Konzertbesucherin in der Pause.
* Bernd Häber lebt seit über zehn Jahren in Phoenix, Arizona. Unter dem Namen WorldStrings Promotion organisiert er Konzerte und fördert unter anderem die Verbreitung deutscher traditioneller Musik in den USA, wie z. B. mittels der DAFT-Tour (s. u. a. Folker! 5/2005).
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