Musikalisches „Heißluftgebläse“ |
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Hazmat Modine | ||||
„Wenn du kein Gefühl für Humor besitzt, verliert die Musik das Subtile“ | ||||
Für die New York Times sind Hazmat
Modine „definitiv das Innovativste, was die Bluesszene der letzten Jahre
hervorgebracht hat“. Das Repertoire der Band ist für deren Kopf, den Sänger
und Mundharmonikaspieler Wade Schuman, schlicht amerikanische Musik. „Wir
Von Michael Kleff |
Seine ersten musikalischen Versuche mit der Mundharmonika machte Wade
Schumann bereits als Zehnjähriger. Beeinflusst vom sieben Jahre älteren
Bruder, der Klavier, Akkordeon und Banjo spielte sowie von der damals
vibrierenden Musikszene in Ann Arbor, Michigan, wo Schuman aufwuchs. „Ich
habe mit dem Hören von Vorkriegsharmonikaspielern angefangen. Darunter
DeFord Bailey, Rhythm Willie, Sonny Terry und Peg Leg Sam. Sie spielten
einen komplexeren Stil als die Chicago-Musiker. Ihre Musik besaß eine ganz
eigene Synkopierung. Meine Spielweise wurde davon sehr beeinflusst.“ Mitte
oder Ende der 70er Jahre kaufte sich Wade Schuman dann das Album Better
Days von Paul Butterfield, der ebenfalls einen großen Einfluss auf ihn
hatte. „Paul Butterfield ist ein beeindruckender Harmonikaspieler und
Sänger.“ Schumans Gesangsstil wurde geprägt von Vorbildern wie Lead Belly,
Bukka White und Willie Brown. „Später kamen dann Louis Armstrong und Toots
and the Maytals hinzu, der wiederum Otis Redding gehört hatte. So schließt
sich der Kreis.“ Was im Falle von Wade Schuman heißt, dass er sich mal
grollend oder schroff, mal polternd oder jodelnd durch die Wurzeln der
amerikanischen Musikgeschichte von den 1920ern bis in die 1960er singt.
Der studierte Kunsthistoriker, Maler und Dozent an einer Kunsthochschule kam 1979 nach New York. Musik war damals nur ein Hobby für Schuman - und ist es in gewisser Weise trotz des Erfolgs mit Hazmat Modine noch immer. „Ich mache Musik nicht wegen der Karriere oder des Geldes. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich als Dozent. Und sollte ich einmal keinen Spaß mehr an der Musik haben, werde ich sofort damit aufhören.“ Nur so nebenher traf er sich seit seiner Ankunft in New York mehrmals im Jahr mit einer Gruppe von Mundharmonikaspielern, um seiner Liebe zu diesem Instrument zu frönen. „Darunter waren sowohl einige der alten Musiker als auch junge Leute. Eine tolle Sache, wenn man sich nicht von 30 Harmonikaspielern in einem Raum abschrecken lässt.“ Bei einem dieser Treffen tauchte Schumans heutiger Harmonikapartner Randy Weinstein auf und erzählte im Gespräch von seinen musikalischen Vorlieben. „Da wusste ich sofort, das ist der Mann, mit dem ich zusammenarbeiten kann“, erinnert sich der Künstler. „Er spannt den Bogen von Rock über ethnische und Weltmusik zu frühen Blues- und Rootsklängen. Zu zweit haben wir dann erst einmal ein Jahr lang als Duo mit zwei Mundharmonikas gespielt.“
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