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Götz Widmann (2001) |
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03.05.07: Hamburg, Logo | ![]() |
Als „Poesie des alltäglichen Wahnsinns“ beschreibt Götz
Widmann selbst das, was er macht. Und so wenig die Vertreter der so
genannten Antifolkbewegung mit klassischer Folkmusik zu tun haben, so wenig
entspricht der in der Bundesstadt Bonn lebende Künstler dem gängigen Bild
des Liedermachers. „Wer sich unter dem Wort Liedermacher immer noch
weltverbesserndes Correctnessgequengel vorstellt“, kenne ihn nicht, sagt
Widmann. Seine Definition lautet: „Liedermacher sind Lebensqualität.“ Und
die hat bei ihm viel mit Lust, Liebe und Rausch zu tun. Einen Eindruck davon
vermittelt der 1965 in Bad Brückenau geborene studierte Betriebswirt
(Abschlussnote: gut) mit seiner aktuellen CD Habt euch lieb und der
DVD Harmlos. Darin zeichnet der Filmemacher Holger Brömel, der
Widmann vier Jahre lang mit der Kamera beobachtet hat, ein Bild von dem
Menschen und dem Musiker, der seine Karriere gemeinsam mit dem im Juni 2000
verstorbenen Martin „Kleinti“ Simon im Duo Joint Venture begann. Der Name
war auch eine satirische Anspielung auf ihr Engagement für die Nutz- und
Genusspflanze Hanf, die in vielen ihrer Lieder eine Rolle spielte. Seit
Simons Tod ist Götz Widmann solo unterwegs. Seine Themen sind Drogen,
Alkohol, Liebe und Sex, die er mit raffinierten und auch witzigen
Wortspielen in Lieder packt. Im Folker!-Gespräch beschreibt Widmann,
was ihm im Leben und auf der Bühne wichtig ist.
Von Michael Kleff
Handeln wir erst einmal alle Rauschmittel in deinem Leben ab. Dazu gehören Sex, Alkohol und Haschisch. In welcher Reihenfolge sind dir diese Dinge wichtig? Und vor allem warum?
Die Reihenfolge ist natürlich ständig in Bewegung. Aber wenn ich mich für eines von den dreien entscheiden müsste, wäre es sicher Sex. Und warum? Weil es Spaß macht, denke ich, hinterfrag’ ich gar nicht so.
Welche Rolle spielt zum Beispiel Alkohol für dich beim Schreiben?
Bei mir löst die Kombination von Cannabis und Alkohol mit ziemlich großer
Zuverlässigkeit so eine Art Schreibekstase aus, da werden in meinem Gehirn
ein paar Schalter so umgelegt, dass es schneller und ideenreicher assoziiert
und Zeilen am Fließband produziert. Dafür klappt es dann mit dem
Geradeauslaufen manchmal nicht mehr so. Unter den Liedermachern, die ich so
kenne, bin ich da aber eher ein Einzelfall. Obwohl sie eigentlich alle gerne
mal einen schlucken, sind die anderen in der Regel nüchtern, wenn sie Songs
schreiben.
Immer wieder kritisierst du die Normen des bürgerlichen Lebens. Inwiefern unterscheidet sich dein Künstlerleben davon?
Gar nicht so sehr wie die meisten denken. Ich mache mir auch Sorgen um meine Rente und so weiter. Aber ich hab’ natürlich einen ganz anderen Job. Ich fahre von Stadt zu Stadt, reiß’ das Maul auf, lass’ mich feiern und werde dafür auch noch ganz gut bezahlt.
Wer ist Götz Widmann als Künstler? Ein Liedermacher?
Ich hatte ja am Anfang mit dem Wort „Liedermacher“ ganz schön Probleme. Damals assoziierte man mit dem Wort noch die ganzen Politliedermacher der 70er Jahre, die fand ich nie so toll, gingen mir mit ihrem Weltverbessererpathos eher auf die Nerven. Totale Selbstüberschätzung, jede Menge Heuchelei und vor allem schreckliche Musik. Damit wollten wir nichts zu tun haben. Wir haben uns dann Dinger genannt, von „Dichtersänger“. Oder Antitainer. Aber der Begriff hat sich in den letzten zehn Jahren stark gewandelt, jetzt nenne ich mich schon mit einem ganz guten Gefühl Liedermacher.
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