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![]() Vackert Väder (Drone Music, 2005) |
Von Bernd Bothy
Ein Gespräch oder ein Kommentar über die Musik des Vokalquartettes Kraja
beginnt eigentlich immer mit Worten wie diesen: „Ich glaubte meinen Ohren
nicht zu trauen, als ich die vier jungen Sängerinnen zum ersten Mal hörte.“
Vor knapp einem Jahr erging es mir ganz genauso, nachdem ich die Debüt-CD
Vackert Väder entdeckt hatte. Es ist heutzutage - glücklicherweise -
nicht mehr so ganz etwas Besonderes, wenn der Folknachwuchs schon im
Teenageralter durch großes handwerkliches Können besticht, das manch alter
Folkie sein Leben lang nicht mehr erreichen wird. In Schottland, Irland,
Kanada oder eben auch in den skandinavischen Ländern greifen Kinder und
Jugendliche im lernfähigsten Alter die Traditionen auf. Nein, es ist nicht
allein die Jugend, die fasziniert. Der Gesang von Kraja besticht durch eine
hochkomplexe Mehrstimmigkeit, die mit unfassbarer Leichtigkeit vorgetragen
wird. Man hat das Gefühl, eine Stimme zu hören, die sich in Quart-, Sext-
oder kribbelnde Sekundintervalle auffächern kann. Im Interview nach einem
Konzert beim Festival im südschwedischen Korrö im vergangenen Jahr,
beschrieb es die Gruppe so: „Wir fühlen uns wie ein Instrument. Sollte eine
von uns mal aufhören, gäbe es die Gruppe nicht mehr.“
Alle vier kommen aus Umeå, einer Hafenstadt in Nordschweden, bekannt als Heimat der lange Zeit weltbesten Frauenfußballmannschaft. Zwei Schwestern, Eva und Lisa Lestander, und ihre Freundinnen Frida Johansson und Linnea Nielson besuchten die gleiche Musikschule, als die jüngste, Eva, vor fünf Jahren, 14-jährig, an einem Kurs für Hirtenrufe, dem so genannten kulning bei der Folksängerin Eva Rune teilnahm.
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