16. Volksmusiktage in München 2. bis 28. Januar 2007 ![]() |
Von Willi Rodrian
Das Restaurant Fraunhofer in München blickt auf eine mehr als zwei Jahrhunderte alte Tradition als Wirtshaus zurück, und auch das Theater der Fraunhoferstraße 9 trägt die Spuren, welche die Zeit hinterlassen hat, mit stoischer Hinterhofruhe. In der traditionsreichen Einrichtung, die 1774 als „Bierzäpflerey“ unter dem Namen „Brodhäusl“ begann, finden in diesem Januar zum 16. Mal die Volksmusiktage statt, die als eines der Ereignisse im Rahmen der zeitgenössischen bayerischen Musik in und um München bezeichnet werden können. Die Verknüpfung regionaler Musik aus Bayern und dem Voralpenraum mit dem Repertoire internationaler Musiker und Gruppen stellte dabei von Anfang an einen wichtigen Aspekt der Programmgestaltung dar.
Die Ursprünge der vierwöchigen Veranstaltungsreihe, so Richard Kurländer,
Harfenist der Fraunhofer Saitenmusik und Mitbegründer der Volksmusiktage,
reicht bis in die 80er Jahre zurück, auf eine Veranstaltungsreihe im
Fraunhofer, die sich „Hausmusiktage“ nannte. Diese Konzerte fanden großen
Anklang. Immer mehr Musiker bewarben sich und der zeitliche Rahmen konnte
von Jahr zu Jahr ausgeweitet werden. 1992 wurden aus den „Hausmusiktagen“
die „Volksmusiktage“, und aus einem Wochenende wurden eine, zwei,
schließlich vier Wochen. Einige der wichtigsten Namen der Münchner und
bayerischen Musikszene gehörten von Anfang an zur Stammbesetzung der
Volksmusiktage: Rudi Zapf, die Fraunhofer Saitenmusik, der Zither-Manä und
der Eibl Sepp. Und zu diesen bekannten Größen, die bis heute immer noch
regelmäßig mitwirken, gesellten sich immer häufiger Künstler aus ganz
Deutschland hinzu. Und schon lange bevor die so genannte Weltmusik zum
allgemeinen Schlagwort wurde, konnte man bei den Volksmusiktagen Musik und
Musiker aus aller Herren Länder erleben. Diese Offenheit für Klänge aus
aller Welt in Verbindung mit bodenständiger bayerischer Musik machte die
Veranstaltung von Anfang an zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Philipp Paradiso, der künstlerische Leiter des Fraunhofertheaters beweist nun schon seit vielen Jahren ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Gruppen, die vier Wochen lang jeden Januar ein Programm bieten, das seinesgleichen sucht. Neben den bekannten Künstlern, die schon seit Jahren zum festen Inventar der Veranstaltungsreihe gehören, finden auch junge und experimentierfreudige Gruppen hier regelmäßig die Gelegenheit, sich dem aufgeschlossenen Publikum vorzustellen. 2006 beispielsweise präsentierten bei den Volksmusiktagen so bekannte Namen wie Malbrook, Bilwesz und andere einen Abend unter dem Motto „Alpenrand meets Ostseestrand“. Neben Klezmer, Flamenco und russischer Musik war auch allerlei Skurriles auf der Bühne zu sehen und zu hören wie der „Salsa bavarica“ einer Gruppe, die sich Die Cuba Boarischen nennt.
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