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Hey Staat (Trikont, 1989) |
unterwegs: 14.03.06: Ulm, Roxy 15.03.06: Karlsruhe, Festhalle Durlach 16.03.06: Heidelberg, Halle 02 18.03.06: Düsseldorf, Zakk 19.03.06: Köln, Primeclub 20.03.06: Koblenz, Suppkultur 21.03.06: Saarbrücken, Garage 22.03.06: Mainz, Frankfurter Hof 23.03.06: Oppau, Bürgerhaus 24.03.06: Gersfeld, Rhönmarkthalle 25.03.06: Dinkelsbühl, Schrannensaal 27.03.06: Stuttgart, Longhorn 28.03.06: Freiburg, Jazzhaus 29.03.06: Freiburg, Jazzhaus 30.03.06: Markdorf, Theaterstadel 31.03.06: Markdorf, Theaterstadel |
Jeder kennt das Bild auf Seite drei der Asterix-Comics,
das in die Geschichte eines kleinen unbeugsamen gallischen Dorfs einführt.
Nicht nur geht das (Bundes-) Land Bayern in einer dem vergleichbaren Rolle
auf, sondern diese führt auch zu einem entsprechenden Gemütszustand unter
seinen Einwohnern. Dabei besteht Bayern eigentlich, wie Bruno Jonas es
beschreibt, aus den im Zuge der Völkerwanderungen Herübergekommenen, den
Heruntergekommenen und den Zurückgebliebenen. Umso erstaunlicher, dass
kritische Geister innerhalb Bayerns so gar nicht auf Toleranz stoßen. Schon
gar nicht bisweilen quertreibende, grantelnde Geister wie Hans Söllner. Doch
vielleicht ist dieses Bild gespickt mit Vorurteilen. Zumindest fehlt es den
Ureinwohnern Bayerns nicht an jeglicher Kompetenz, haben sie doch gerade
ihren Landesvater zum unbeliebtesten Politiker gekürt. Da wundert es auch
wieder nicht mehr ganz so stark, dass Söllner eine stetige Zunahme seines
Erfolges verbuchen darf. Ganz gleich, ob ihn die Obrigkeit zu 18.000 oder
900 Euro Buße verdonnert. Aber dazu später mehr.
Von Olaf Mittelstädt
Hans Söllner ist Jahrgang ’55, und bekam mit dem 24. Dezember als
Geburtstag die besten Startbedingungen für ein Leben in christlicher
Verbundenheit mit auf den Weg. Aber irgendetwas ging ziemlich zu Anfang
schon schief. Der von der Kirche geleitete Kindergarten lieferte Gründe
zuhauf für den zukünftigen Bogen um selbige. Auch sein Versuch, dem
örtlichen Trachtenverein seine eigene Note zu verpassen, endete im
Rausschmiss. Wohl wegen seiner zu langen Haare.
Also verließ er das Nest Bad Reichenhall, das allenfalls durch regelmäßige Zusammentreffen Ewiggestriger und andere Katastrophen Aufmerksamkeit erfährt, um sein Glück in der großen Stadt zu versuchen - in München. Weil er über zwei Jahre keinen Job im erlernten Beruf als Koch fand, sattelte Söllner auf Kfz-Mechaniker um. In dieser Zeit, frustriert und vielerseits enttäuscht, entstanden die meisten Texte zum ersten Album Nachdenkliches zum Schmunzeln. Schon damals galt, so Söllner: „Ich mach einfach mei Wahrheit. Also ich muss nicht lügen auf der Bühne, ich muss da nix vorspielen, ich muss mich nicht schminken und nicht verkleiden. I bin einfach des wos i bin.“ Seine Art, im Wohnzimmer mittels schräg gestimmter Gitarre die Lieder ins Mikro zu krächzen, wurde Jahre später fast eine Art musikalische Modewelle - genannt „Lo-Fi“. „Ich bin immer noch nicht weiter gekommen, als dass ich meine Gitarre nicht selber stimmen kann“, sagt Söllner und lacht. „Der Denis stimmt’s scho manchmal.“ Als Singer-/Songwriter würde man ihn vielleicht bezeichnen, aber Söllner scheut auch vor dem Begriff Volksmusik nicht zurück. Denn, so Söllner, er singe aus dem Volk für das Volk im Volk.
Nach Beziehungskrise und Jamaikaaufenthalt folgte die erste musikalische
Wende. Zwar gab es immer noch die schräge Gitarre, aber jetzt wurde sie im
Reggaerhythmus gespielt. Bayerman Vibration nannte sich die neue
Begleitband. „Die meisten Menschen die mit Musik zu tun haben, machen Reggae
an einer bestimmten Taktreihenfolge aus, angelehnt an ein bestimmtes
System“, erklärt Söllner. „Reggae ist für mich aber ein Lebensgefühl. Reggae
ist mein Leben - ich bin Rasta!“ Dieses Lebensgefühl verteidigte er selbst
vor Gericht, wo er sein Recht auf den glaubensbezogenen Konsum von Marihuana
einklagte, was ihm der bayerische Staat mit regelmäßigen Hausbesuchen dankt.
Seinem Bild als Rächer der entehrten Kiffer widerspricht Hans Söllner
allerdings vehement: „Ich bin nicht dafür da, jemandem zu sagen, wie er mit
Drogen umzugehen hat. Er muss es selber lernen, und wenn er es nicht tut,
ist es sein Problem. Es gibt aber Leute die wollen Drogen nehmen, und ich
frage: Warum lassen wir sie nicht Drogen nehmen. Es gibt Leute die wollen
sich auffressen lassen. Wieso mischt sich da irgendein scheiß Richter ein
und sagt: ‚Wieso kannst du dich auffressen lassen? Du hast doch einen
Vogel?’ Meinen Kindern sage ich: ‚Bittschön, bleibt’s im Rahmen! Respektvoll
damit umgehen.’“ Trotz Bayerman Vibration erscheinen erst noch weitere
Soloscheiben, etwa Hey Staat, bevor die ersten Bandplatten in die
Plattenläden gelangen (Bayerman Vibration und Live mit Bayerman
Vibration).
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