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Lightfoot! (United Artists) |
Der Name Gordon Lightfoot dürfte für viele untrennbar
verbunden sein mit dem Song „If You Could Read My Mind“. Seit 35 Jahren hat
sich das Stück trotz der Ausbeutung durch Oldiesender und Kuschelrock-CDs
als unverwüstlich erwiesen. Damals akzeptierte man noch akustisch begleitete
Songs in den Hitparaden, auch wenn sie nicht mit dem Stempel „unplugged“
zu etwas Hippem gemacht wurden. Kurioserweise war der Song bereits die
zweite Singleauskoppelung aus Gordon Lightfoots Album Sit Down Young
Stranger, nachdem er ausgerechnet mit dem späteren Janis-Joplin-Hit „Me
And Bobby McGhee“ kläglich gescheitert war. Gordon Lightfoot liebte „If You
Could Read My Mind“ sehr und weigerte sich deshalb 1971 z. B., ihn für das
Fernsehen bei seinem Auftritt bei den Grammy Awards um ein Drittel zu
kürzen.
Von Hans-Jürgen Lenhart
„Könntest du meine Gedanken lesen, Liebste, |
Das Erzählen von Geschichten in Songs, wie es in den 70er Jahren populär wurde - z. B. von der Verantwortung des Menschen für die Natur -, genau das war Gordon Lightfoots Stärke. Und er benutzte dabei eine unverbrauchte Sprache, die teilweise seinem großen Vorbild Bob Dylan durchaus gerecht wurde. Geschichten, wie die von seinem Aufstieg auf den „Redwood Hill“ im gleichnamigen Lied, wo er die weinende Mutter Natur trifft, die ihm offenbart: „Das, was ich bin, könnte ich nicht für irgendeinen Menschen ändern.“ Ein symptomatischer Satz, der für Gordon Lightfoots Ehrfurcht vor der Natur steht, was ihn gerade in Kanada zu einem Nationaldenkmal werden ließ.
Gordon Lightfoot ist das kanadische Urbild des Singer/Songwriters.
Seine Karriere begann in den 60ern, als erste Kompositionen von ihm wie „For
Lovin’ Me“ und „Early Morning Rain“ Hits für Peter, Paul & Mary wurden.
Nicht seine Musik alleine, sondern auch seine Texte beeindruckten ganze
Generationen. Der amerikanische Bluegrass-Star Tony Rice interpretierte z.
B. im Laufe seiner Karriere derart viele Gordon-Lightfoot-Songs, dass er
1996 eine Kompilation daraus erstellte, auf der er aus den
Gordon-Lightfoot-Originalen wahre Edelsteine voller instrumentaler
Highlights entwickelte und damit zu deren wohl versiertestem Interpreten
wurde. Gordon Lightfoot schätzt Tony Rice sehr und beide sind Freunde
geworden. Dennoch bekannte Rice in einem Interview, dass es ursprünglich die
Texte des Kanadiers waren, die ihn zu Gordon Lightfoot brachten.
Der 1938 geborene ehemalige Jazzschlagzeuger Gordon Lightfoot kam erst
relativ spät durch das Hören der legendären Weavers Anfang 1960 zur
Folkmusik und lernte daraufhin das Gitarrespielen. Schon 1962 hatte er im
Folkduo The Two Tones mit Partner Terry Whelan seinen ersten kanadischen
Top-Ten-Hit, doch erst unter dem Einfluss von Bob Dylan begannen seine
Kompositionen eine eigene Handschrift zu zeigen. Als das Folkduo Ian &
Sylvia ihn 1964 in Toronto auftreten sah, empfahl es ihn einem
einflussreichen Agenten, wodurch Gordon Lightfoot bald sein erstes Soloalbum
Lightfoot! aufnehmen konnte. Für seinen Ruf als Kulturbotschafter
Kanadas sorgte er schon relativ früh mit Liedern über die kanadische
Eisenbahn wie z. B. 1966 mit „Canadian Railroad Trilogy“, einer
Auftragsarbeit des kanadischen Fernsehens. Gordon Lightfoot weiß durchaus,
wovon er in seinen Liedern singt, wenn er Kanadas schöne Natur rühmt, aber
auch mahnende Töne einbaut, z. B. gegen die Ausrottung der Wale wie in „Ode
To Big Blue“. Immer wieder begab er sich auf Reisen mit der kanadischen
Eisenbahn oder auf monatelange Bootstrips in die Wildnis. So erzählt er in
seinen Liedern auch oft von durch das soziale Netz gefallenen Reisenden
(„Home From The Forest“), die wie eine Mischung aus einsamem Trapper und dem
in den 70ern beliebten Easy-Rider-Typen wirken.
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