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Maria McKee (Geffen Records, 1989) |
„Will you remember me?“, singt Maria McKee zu Beginn ihres nunmehr sechsten Soloalbums. „Wirst du heute Nacht in deinen Träumen einen Platz für mich reservieren?“ Erinnern wir uns: Es gab Zeiten, da waren ihre Lieder fast bekannter als ihr Name. Das lag an dem enormen Erfolg einzelner Songs, z. B. 1990 „Show Me Heaven“ aus dem Blockbusterfilm Days Of Thunder. Oder 1985 der Superhit „A Good Heart“ für die irische Musikerlegende Feargal Sharkey. Und nicht zuletzt 1996 „If Love Is A Red Dress“ aus dem Film Pulp Fiction. Ihre musikalische Entwicklung geht allerdings weit darüber hinaus und reflektiert den Lebenslauf einer geborenen und außergewöhnlichen Künstlerin.
Von Gitti GüldenMaria McKee lebt nicht zufällig seit fast zehn Jahren wieder in ihrer
Geburtsstadt Los Angeles. Nach einem früheren Aufenthalt in New York und ein
paar Jahren in Dublin - „Ich musste weg von Amerika, vor allem weg vom
Business.“ - lebt sie nun mit ihrem Mann, dem Produzenten Jim Akin, in
Hollywood. „Im Gegensatz zu fast allen Menschen in L. A. bin ich bereits die
fünfte Generation einer durch und durch kalifornischen Familie. Mein Mann
ist auch schon in der vierten Generation von Angelitos. Hier sind nun
mal unsere Wurzeln. Ich hab’s in New York versucht, in Europa, und wenn ich
nicht in Los Angeles geboren und aufgewachsen wäre, würde ich vermutlich
auch nicht hier leben. Ich gehöre aber nun mal einfach hierher.“ Maria lebt
mit ihrem Mann in dem Haus, das ihr vor 60 Jahren der Vater kaufte und
umbaute. Vater McKee ist Nachfahre italienisch-irischer Einwanderer und
arbeitete in den Filmstudios Hollywoods als Schreiner. Die Mutter war
Flamencotänzerin und Malerin. Sie stammt aus einer spanisch-mexikanischen
Emigrantenfamilie. Die typisch kalifornische Mischung also. „Meine Mutter
hat mir als Kind immer Hank Williams vorgespielt. Und Edith Piaf. Sie sagte
immer: ‚Wenn du mal so was machen willst, dann hör gut hin. Diese Künstler
sollten dein Vorbild sein, denn sie sind echt.’“
Maria hat einen älteren Stiefbruder: Bryan MacLean [der im Dezember 1998
starb, Anm. d. Red.]. Der nimmt die Dreijährige auf dem Arm mit in
die Clubs, wenn er auf sie aufpassen soll. Frank Zappa, Jim Morrison, bei
allen Legenden saß Baby Maria in der Garderobe. Der große Bruder schrieb
dann später selbst mit seiner Band Love Rockgeschichte. „Mein Bruder war ein
Genie“, sagt Maria heute. „Er half mir, meine erste Band auf die Beine zu
stellen, da war ich 16. Er meinte, ich hätte Talent. Ich hatte davon keine
Ahnung. Mir hat Musik einfach nur Spaß gemacht.“ Aus der Bryan-MacLean-Band
wird schnell die Maria-McKee-Band. Linda Ronstadt erlebt Marias erste
Clubauftritte in L. A. und empfiehlt sie nachdrücklich als „Riesentalent“
dem legendären Plattenboss David Geffen. Die 18-Jährige bekommt 1983 ihren
ersten Plattenvertrag. Ihre Band heißt Lone Justice, das Debüt erscheint
1985 und die temperamentvolle Maria mit der hinreißenden Stimme wird
euphorisch gefeiert. „Umwerfendste Sängerin seit Janis“, heißt es und „die
stärkste Stimme in der Popmusik seit Jahrzehnten“. Nach zwei Alben ist ihr
die Verantwortung für eine Band zu schwer, der Erfolgsdruck zu groß. Robbie
Robertson, Tom Petty und Richard Thompson reißen sich darum, für das erste
Soloalbum mit der begabten jungen Schönheit zu arbeiten. Für Maria ist das
nichts Besonderes. Das sind schließlich alles auch nur Musiker, und die
kennt sie, seit sie ein kleines Mädchen war.
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Folker!
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Folker!
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