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Sperrstundenmusik
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30.04.05: Berlin, Anno ’64
Der Singende Tresen singt, |
Wer bei Musikern mit dem Namen „Der Singende Tresen“ Trinklieder erwartet, liegt hier völlig falsch. Zwar spielt Alkohol manchmal auch eine Rolle, aber eher im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit. Die fünf Berliner sind eine der wenigen jüngeren Bands der Lied- und Folkszene, die sich nicht nur dem sozialkritischen Song widmen, sondern sich selbst politisch engagieren. Musikalisch bezeichnen sie sich als „Akustikfolkpunkcombo“, wobei man aber eher von chansonhaftem Folk mit Klezmer- und Blues-Elementen sprechen sollte.
Von Reinhard „Pfeffi“ Ständer
Ganz in der Nähe der ehemaligen Berliner Mauer, zwischen Prenzlauer Berg und Mitte, hat die Band ihren Probenraum, in der „Kirche von unten“. Ein unscheinbares Kellergewölbe mit kleiner Bühne - und natürlich einem Tresen. Jeden Montag kann die Gruppe hier kostenlos proben, am Wochenende finden auch Veranstaltungen statt. Zur Band gehören zurzeit Matthias Rolf (Gitarre), Thorsten Müller (Klarinette), Peter Esser (Bass), Andreas Malliaris (Akkordeon) und die Sängerin Manja Präkels. Im Jahre 2000 hatten sich Manja und Matthias in Zehdenick, einer Kleinstadt nördlich von Berlin, kennen gelernt. Wenig später begannen sie - eher zufällig - beim Kneipendienst in der Berliner Szenebar „Fischladen“, hinter dem Ausschank Musik zu machen, worauf das Publikum ihnen den Namen „Der Singende Tresen“ verlieh. Grundlage waren Manjas Texte, die politisch und direkt, aber nicht agitatorisch, sondern poetisch von den Übeln unserer Zeit wie Arbeitslosigkeit oder Neonazis handeln. Erster öffentlicher Auftritt der Band war schließlich beim Erich Mühsam Fest in Berlin.
Das Erscheinungsbild des Tresen ist vordergründig das einer Klezmer-Band,
nicht nur wegen der typischen Klarinette. Alle bevorzugen ein schwarzes
Outfit, oft mit Hut. Dabei ist die Musik
vielseitiger: Neben Blues, Folk und Rockigem steht das Chansonhafte von
Manja, wobei das Ganze alles andere als getragen klingt, also durchaus auch
ins Tanzbein geht. Für Manja ist es die erste Gruppe, Matthias war
bereits Mitglied in Rockbands, die anderen haben Erfahrungen in Jazz,
Grunge, Folk und Klezmer. Letzteres wurde schließlich von allen
akzeptiert. Beruflich gehören sie zu jenen, die von wenig leben
müssen: Ich-AG, Verlagsmitarbeiter, zwei Studenten. Manja ist
professionelle Puppenspielerin beim Theater Vagabund, für das der
Tresen auch die Musik einspielte.
Bei der Erarbeitung der Programme des Singenden Tresen bilden Manjas Texte die
Grundlage, Kompositionen und Arrangements kommen von Matthias und Thorsten.
Dabei werden sie unterstützt von Pierre Pouget,
einem Weltmusiker, der die experimentelle Gitarre beherrscht und u. a. am
Theater für Tabori arbeitete. Eine weitere wichtige Bezugsperson ist
der Satiriker Markus M. Liske, den man im Umfeld des Mühsam-Festes
kennen lernte. Liske schreibt die Zwischentexte, ist Organisator und tritt
auch selbst auf. Sowohl Manja als auch Markus haben bereits Bücher
veröffentlicht - vor ihrer ersten CD. Seit einiger Zeit verbindet den
Tresen auch eine enge Zusammenarbeit mit den Leipzigern Uta Pilling und
Jens-Paul Wollenberg, deren Bekanntschaft man beim Liedermachertreffen in
Hoyerswerda machte. Neben Tom Waits, Neil Young, John Lee Hooker und Wenzel
zählt die Band Wollenberg zu ihren künstlerischen Vorbildern.
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