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Bernies Autobahn Band
Bernie Conrads & Pankraz |
unterwegs: www.maeker-tours.de 07.04.2005: Langenburg-Bächlingen, Mosesmühle 08.04.2005: Lorsch, Musiktheater Rex 09.04.2005: Kirchheim-Teck, Bastion 16.04.2005: Ravensburg, Zehntscheuer 17.04.2005: Schweinfurt, Disharmonie 21.04.2005: Heilbronn-Sontheim, Altes Theater 22.04.2005: Schwäbisch Hall, Theatersaal im Alten Schlachthof tbc 24.04.2005: Ansbach, Kammerspiele 29.05.2005: Nordhofen, Ev. Kirche (Musik in alten Dorfkirchen) 21.10.2005: Wuppertal, Die Färberei 22.10.2005: Kreuztal, Weiße Villa in Dresslers Park 28.10.2005: Bietigheim-Bissingen, Kleinkunstkeller |
Mit seiner Autobahn Band wurde Bernie Conrads in den 15 Jahren ihres Bestehens in den 70er und 80er Jahren in über 1.000 Konzerten landauf landab und mit insgesamt zigtausend Exemplaren ihrer sieben Schallplatten bekannt und zu einer festen Größe in der Szene. Lieder wie „HR3 wünscht guten Morgen“, „Solange wie ich denken kann“, „Der alte Professor“ oder „Die Art wie sie mich gängelt“ geistern noch immer durch die Köpfe. In den Jahren nach dem Ende der Autobahn Band 1990 ist es dann sehr ruhig geworden um ihn.
Selbst in Erscheinung trat er nur noch sporadisch.
Seine neuen Texte und Lieder sangen jetzt Andere: Stoppok, Erich
Schmeckenbecher und Peter Maffay. Fast sämtliche Texte der mit Platin
dekorierten CD Maffay 96 stammen von Bernie Conrads und brachten ihm
sein „Taxi“ (wie er fast zärtlich von seinem Mercedes spricht)
und seine schöne 1943er Gibson ein. Aber was ist aus ihm geworden? Was
treibt einer, der einen großen Teil seines Lebens auf der Bühne verbrachte?
Fragen, deren Antworten tief in die oberfränkische Provinz, nach
Unterwittighausen, führen, dorthin, wo Bernie Conrads schon seit über 20
Jahren zu Hause ist. In einem Vereinsheim und später in einer gemütlichen
Stube erzählt er von der Autobahn Band, seinen Liedern, seinem neuesten
Projekt mit der Gruppe Pankraz und einer brandneuen CD. Aber alles der Reihe
nach ...
Beim ersten Mal stand Bernie Conrads, älter, als ich ihn mir vorstellte, mit
seinem grauen Haarkranz und seinem schelmischen Grinsen hinterm Tresen im
Vereinsheim des Unterwittighäuser Fußballclubs. Im Trikot von Alemannia
Aachen und in Jeans. Vielleicht kennen ja nicht einmal Fußballfans
Unterwittighausen, denn die so genannten Auswärtsspiele bewegen sich in
einem überschaubaren Radius der Region. Was er hier macht: na, Thekendienst
für seinen Verein, wie übrigens fast jeden Samstag. Das Warum wird wohl dort
irgendwo bei den Lehrsätzen aus seiner Jugend zu suchen sein. Vielleicht dem
der Jesuiten: „Du musst die kleinen Dinge mit großem Eifer tun.“
Wahrscheinlich haben sie ja Recht, die Lehrsätze und Bernie. Den Bierhahn übergibt er einem Mitstreiter,
und wir lassen uns (für unser Gespräch) an einem Tisch nieder.
Der Fernseher in der Ecke berichtet lautstark von einem Fußballspiel, bei dem die eine Mannschaft Bayern München ist und die andere nicht Alemannia Aachen (andere Liga, hab’ ich gleich erfahren). Ihm gilt Bernies Aufmerksamkeit von Zeit zu Zeit, vor allem wenn der Tonfall des Berichterstatters pathetischer wird, klar auch, denn Bernie hat eine Totowette laufen ...
Neben einem Kocher, auf dem Tee gekocht wurde, Würfelzucker, Tauchsieder, hatten wir mit der Autobahn Band auch immer einen Fußball dabei und haben vor den Hallen immer etwas gekickt. Und: ein kleiner Schwarzweißfernseher für mich für die Sportschau - wie oft kamen sich damals Aufbau/Tonprobe und Sportschau ins Gehege. Da hab’ ich immer als Erstes die Antennen ausgefahren - alle Spiele, alle Tore.
Ein weiter Weg von der Autobahn Band zu diesem Vereinsheim? Wie man’s
nimmt. Wo soll einer, der „Tage wie dieser“ oder
„Fußballfieber“ geschrieben hat, denn eigentlich sitzen? Im
Parlament, in der Jury eines Nachwuchs-Liedermacher-Wettstreits, in
Siena mit einem Glas Rotwein? Letzteres fällt total aus: Wein ist so gar
nicht sein Fall. Lieber noch ein Bier, ein kühles. Und Politik, nackt und
einfach so? Nicht sein Thema. Nicht die laute, die man vor sich her trägt,
die Zeig-es-diesem-dummen-Schwein-sage-Nein-Schau, und auch nicht die
parlamentarische mit ihren Hochrechnungen. Eher die mit Gesicht, bei den
Leuten in Unterwittighausen, das man auch Nachbarschaft oder Zusammenleben
nennen könnte.
Mein Herz schlägt links, auf jeden Fall. Nur, ich bin ziemlich enttäuscht worden. Das mit der Umerziehung, dem „Neuen Menschen“, ist leichter gesagt als getan. Früher, ja, da hab ich wie viele andere gedacht, man könne die BRD sozialistisch - human sozialistisch - machen. Oder zumindest irgendwie die Stimmung so drehen, dass es wenigstens nicht ein derart gnadenloser Kapitalismus wird wie in den USA. Streckenweise ist es ja auch so gewesen. Ich habe mich gefreut, als Willi Brandt Kanzler wurde. Aktionen wie die Musikerinitiative „Grüne Raupe“ zur Unterstützung der Grünen.
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