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Von Rolf Beydemüller
Im Herzen der Bremer Altstadt, im "Schnoor", wo sich Tradition und Gegenwart
treffen, finden sich die Räumlichkeiten von Laika-Records. Dort gibt es
dieser Tage einiges zu feiern. Stattliche 15 Jahre sind seit der Gründung
von Label und Verlag vergangen. Im November 1989 rang sich ein frustrierter
Gitarrist zu einer rückblickend segensreichen Entscheidung durch. Seine
Antwort auf die Widerstände einer Zeit, die von akustischer, handgemachter
Musik nicht mehr viel wissen wollte, war die Gründung von Laika-Records
und der Edition Laika. Wer, wie ich, etymologische Spitzfindigkeiten bei der
Namensgebung vermutet, wird schnell desillusioniert. "Laika", das habe einfach
gut geklungen - kein schlechter Grund und allemal ein sehr musikalischer. Der
gebürtige Bielefelder Ulli Bögershausen, einer der wenigen ganz
"Großen" der deutschen Akustikgitarrenszene, hatte die Nase oder besser
Ohren voll vom täglichen Einerlei der Radiosender. Als Musiker lag ihm die
feine Balance von klug durchdachter Komposition und abenteuerlustiger
Improvisation am Herzen - eine Domäne des Jazz. Daher unternahm Laika
seine ersten Gehversuche als Jazzlabel.
Deutsche Musiker wie Thomas Kessler, Christof Sänger oder Frank Kirchner
bekommen die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen. Schnell folgen
internationale Künstler wie Miles-Davis-Drummer Al Foster, Benny Bailey,
Kenny Wheeler oder John Abercrombie. Laika gelingt es, höchstes
künstlerisches Niveau zu halten, nicht nach Modetrends zu schielen und
optimale Standards in Bezug auf Aufnahmetechnik sowie CD Gestaltung zu
etablieren. Ein damals wie heute ökonomisch waghalsiges Unterfangen.
Apropos Ökonomie - Peter Cronemeyer, Diplom-Ökonom, Konzertagent und
Tourneeveranstalter knüpft Anfang der 90er Jahre Kontakt zu Laika. Er
sucht ein mutiges Independentlabel für eine außergewöhnliche
amerikanische Künstlerin. Die Jazzharfenistin Deborah Henson-Conant
fühlt sich durch Major Labels künstlerisch zu sehr bevormundet und
findet in Laika endlich einen Partner, der sie und ihre Arbeit gebührend
würdigt und ihr die gesuchte Freiheit lässt. Aus der gemeinsamen
Arbeit zwischen Cronemeyer und Bögershausen entwickelt sich eine
Freundschaft. 1996 schließlich bietet der an der enormen
Verwaltungsarbeit sichtlich müde gewordene Ulli Bögershausen das Label
und die Hälfte des Verlages zur "freundlichen" Übernahme an. Er will
sich in Zukunft wieder mehr der Gitarre zuwenden. Die eigenen
künstlerischen Aktivitäten drohen unter dem Berg von
organisatorischer Arbeit zum ersticken.
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