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"The Greek Voice" (Tropical Music, 1991)
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Mit seiner neuesten Produktion "A Tribute To Markos Vamvakaris" ist George
Dalaras ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Rebetiko gelungen.
Zusammen mit zwei Söhnen von Markos Vamvakaris und einigen Spitzenmusikern
der griechischen Rebetiko-Szene (siehe auch Rezension in diesem Heft), hat
Dalaras fast das komplette Gesamtwerk des legendären Komponisten und
Sängers für ein neues Publikum aufgearbeitet.
Von Wolfgang Schmid
Da sitzt im Jahre 1921 der 16-jährige Hilfsarbeiter Markos Vamvakaris von der Insel Syros in einer Hafenspelunke von Piräus. Um ihn herum kreist die Wasserpfeife unter lauter Drogenhändlern, Dirnen und kleinen Gaunern, er spielt auf seiner Bouzouki, sein Freund Stratos singt dazu. Einer der anderen Gäste springt auf, wickelt seine Jacke um seine rechte Hand und fängt an, völlig allein und selbstvergessen, zu der Musik zu tanzen. Die anderen Gäste stampfen den immer aggressiver werdenden Rhythmus mit den Füßen mit. Der Rebetiko ist geboren. Diese großstädtische Subkulturmusik, entstanden aus orientalischen Traditionen, die von den vertriebenen Schwarzmeergriechen Kleinasiens mitgebracht wurden, und griechischen Melodien, gilt als Blues Griechenlands.
Über die Herkunft des Wortes Rebetiko streiten sich die Gelehrten. Ob es
tatsächlich aus dem türkischen Wort für Partisanen "rebet asker"
oder doch aus dem griechischen Wort für Nachdenken "remvastikos" oder, wie
der schwedische Sprachwissenschaftler Ole Smith behauptet, von griechischen
Auswanderern nach Amerika geprägt worden ist, wird wahrscheinlich nie
wirklich ergründet werden. Sicher ist nur, dass die ersten Rebetiko-
Aufnahmen von Marika Papagaki aus dem Jahr 1926 stammen. Das Lied hieß "Smyrnia".
Hauptinstrument des Rebetiko ist die Bouzouki, auch "Bousouki" geschrieben. Die "Rebetes" spielten oft für Essen und Trinken den ganzen Abend in den Hafentavernen in Piräus, genauso wie im Ladadika-Viertel von Saloniki oder in der Plaka, der Altstadt von Athen. Mitte der dreißiger Jahre spielte Vamvakaris zusammen mit Demetrio Stratos, Giorgios Batis und Anestis Delias (Artemis) in einem legendär gewordenen Quartett, Ende der dreißiger Jahre zusammen mit Jannis Papajoannou in einer Gruppe. Zu ihren Konzerten und Auftritten in Tavernen kamen Griechen aus allen Bevölkerungsschichten.
Ihre Geschichten handelten vom Haschischrauchen - Haschisch war zu dieser Zeit
in Griechenland legal -, von der Liebe, von der schweren Arbeit auf See, im
Dock oder im Olivenhain, von ihren kleinen und größeren Gaunereien
oder vom Leben im Gefängnis, das so mancher der Manges besser kannte, als
ihm lieb war.
"Manges" ist der griechische Ausdruck für Tagediebe und Nichtsnutze, die am Rande der Gesellschaft lebten und einen Großteil der Subkultur bildeten.
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