Internet-Tipps:
Kora Award: www.koraawards.co.za North Sea Jazz Festival: ![]() Cape Town International Convention Centre: ![]() Kippie's: www.interweb.co.za/kippies Sheer Sound: ![]() Gallo: ![]() Nelson Mandelas weltweite Anti-AIDS-Kampagne: ![]() YFM: ![]() Informationen über Musiker aus Südafrika und den Nachbarregionen: ![]() Unabhängiger Internetshop, der ausschließlich südafrikanische Musik verkauft: ![]() |
Was fällt einem heutzutage ein, wenn man an das politisch und
wirtschaftlich mächtigste von Schwarzen regierte Land denkt? An erster
Stelle immer noch Nelson Mandela, der für seine außerordentlichen
integrativen
Fähigkeiten bei der Gestaltung des friedlichen Übergangs
vom Apartheid-Regime zur Demokratie in aller Welt bewundert wird. Dann
vielleicht Bischof Desmond Tutu und die Wahrheitskommission, das Stichwort
Regenbogennation, Wirtschaftsmacht in der Region, afrikanische Renaissance,
entwickelter Tourismus, die alltägliche brutale Gewalt in den
Großstädten, weil immer noch viel zu viele Südafrikaner
unterhalb der Armutsgrenze in Slums leben, die Literaturnobelpreisträger
Nadine Gordimer und John M. Coetzee, der Versuch, eine Kunstbiennale ins Leben
zu rufen, und natürlich die Musik: Miriam Makeba, Jonas Gwangwa, Abdullah
Ibrahim, Hugh Masekela - viele große Namen, die schon lange im
Geschäft sind und die ihre internationalen Karrieren im Exil begannen.
Kaum bekannt ist hierzulande der Kora All Africa Music Award, ein Musikpreis,
der in mehreren Kategorien seit 1996 an afrikanische Künstler verliehen
wird, oder das emsige Schaffen südafrikanischer Nachwuchsbands. Doch
zumindest Kwaito konnte sich dank einiger weniger unlängst erschienenen
Sampler, über die neugierige, reiselustige und offenohrige deutsche
Journalisten ausführlich schrieben, sowie einigen tourenden Bands in
Deutschland einen bescheidenen Namen machen. Kwaito, mit Beginn der Freiheit in
den schwarzen Townships entstanden, ist eine Musikform, die auf verlangsamten
House-Rhythmen aufbaut. Welche anderen Auswirkungen haben zehn Jahre Demokratie
auf Musiker, Clubs und Musikindustrie in Südafrika und auf
südafrikanische Musik im Ausland?
Von Sabine Froese
Im April 2004 fanden die dritten freien Wahlen in Südafrika statt, die der African National Congress (ANC) mit knapp 70 Prozent der abgegebenen Stimmen wieder für sich entschieden hat. Trotz der schwer wiegenden Probleme, die das Land hat, halten viele Südafrikaner der Partei Thabo Mbekis immer noch die Errungenschaften zugute, die das Ende der Apartheid endlich mit sich brachte: Freiheit, Reisepässe und Gleichberechtigung für alle Südafrikaner, demokratische Wahlen und Ausbau von Chancengleichheit. Und so sind - befragt nach einer Bewertung der Erfolge und der Misserfolge der letzten zehn Jahre - viele südafrikanische Künstler der Meinung, dass die Befreiung von der Apartheid als wichtigster Erfolg immer noch im Vordergrund steht, dass aber die großen Probleme wie hohe Arbeitslosigkeit und starkes soziales Gefälle dringend gelöst werden müssen. Mit Südafrikas Freiheit sind auch die Chancen für Schwarze gestiegen, eine bessere Bildung und bessere Jobs zu bekommen, was einigen einen höheren Lebensstandard brachte und somit auch mehr Geld für den Konsum von Musik. Das kam zunächst den großen internationalen Stars zugute, die nach dem Ende des Kulturboykotts endlich nach Südafrika kommen wollten. Als dieser Nachholbedarf gestillt war, stieg die Nachfrage nach südafrikanischer Musik stark an, mehr örtliche Veranstalter buchten südafrikanische Acts, und die Zahl der Live-Konzerte nahm zu.
So ist auch die Zahl der Festivals in den letzten Jahren enorm gestiegen.
Renommiertes Beispiel für die Profilierung der südafrikanischen
Festivalszene ist das North Sea Jazz Festival in Kapstadt, das seit 2000 jedes
Jahr um Ostern herum nationales und internationales Publikum und Journalisten
anlockt. An dem Namen, obwohl umstritten, hielt der südafrikanische
Festivalleiter Rashid Lombard fest, denn um seine Idee von einem Jazzfestival
in Kapstadt zum Erfolg zu führen - zwei Versuche, ein solches Festival ins
Leben zu rufen, waren bereits gefloppt - suchte er nach erfahrenen Partnern und
wollte gleichzeitig mit der Namensübernahme den Bekanntheitsgrad des Den
Haager Festivals als Marketing-Effekt ausnutzen. Auch der Austragungsort 2004
steht für Wandel und Ehrgeiz in Südafrika: Das Festival fand in dem
Mitte 2003 errichteten hypermodernen Cape Town International Convention Centre
statt und zählte an den zwei Tagen über vierzig Bands auf fünf
Bühnen und fast 30.000 Besucher. Südafrika - lange Zeit von
ausländischer Musik dominiert - war auf dem North Sea Jazz Festival
Kapstadt mit etwa der Hälfte der Acts vertreten: So gab es 2004 einen
bunten Mix aus internationalen Größen wie Femi Kuti, Cassandra
Wilson, Al Di Meola und Stanley Clarke, bekannten südafrikanischen
Künstlern wie Abdullah Ibrahim, Yvonne Chaka Chaka, Jonathan Butler und
Miriam Makeba und Künstlern, die hauptsächlich in Südafrika
einen Namen haben, wie Sakhile, Dondo, Gloria Bosman oder McCoy Mrubata. Eine
Künstlerauswahl, die zeigt, wie breit die Festivalmacher das Genre Jazz
auslegen. Wie das Festival selbst so illustrieren auch die Besucher
Südafrikas gesellschaftlichen Wandel, sie hinterlassen mit ihren schicken
Klamotten, Frisuren, Mobiltelefonen und parkenden Autos vor dem Convention
Centre einen plakativen Eindruck von einer wachsenden schwarzen Mittelschicht.
Zehn Jahre Freiheit sind auch für die Festivalmacher ein Grund zum Feiern, und so stand das Event ganz unter diesem Motto: Das entsprechende Logo war auf allen Bannern, Plakaten, Flyern und dem Programmheft zu sehen. Ebenso unterstrichen die südafrikanischen Künstler auf den Pressekonferenzen den Wert der Freiheit für ihr künstlerisches Schaffen. Aber auch viele der internationalen Künstler betonten, wie sehr sie sich freuten, gerade zu diesem Jahrestag in Südafrika aufzutreten.
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