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"Bushes & Briars"
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Von Carina Prange
Auf "Sweet Liberty", dem aktuellen Album der in New York lebenden Irin, findet sich abermals eine Kollektion dementsprechend kaum bekannter Folksongs, allesamt Ergebnis akribischer Recherche. Die Zeitlosigkeit der Aussage, sagt sie, schätze sie allgemein an Traditionals, und was sie den Leuten vor Augen führen möchte, ist, dass damals wie heute die Straßen nicht mit Gold gepflastert waren. Zwei sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen unterprivilegierte Gruppen sind es, mit deren Behandlung in Folk-Songs sich McKeown bevorzugt auseinandersetzt: Frauen und Immigranten.
Zwei Songs auf "Sweet Liberty" sind Lieder über Einwanderer, mit denen
McKeown sich generell seelenverwandt fühlt. Dies gilt vor allem für
die Iren, die sich in New York niederließen und deren Geschichte in Form
von Songs überdauerte: Bis 1920 wanderten über vier Millionen Iren in
die USA aus; schon um 1890 lebte eine halbe Million von ihnen allein in New
York.
Was so einen "Immigrant-Song" ausmache, meint McKeown, sei die
authentische Beschreibung der Reise und der Ankunft in Amerika - "... und zur
Auswanderung gezwungen zu sein, war schon immer hart. Und dann wird das
Herumirren in der Fremde geschildert, die Isolation, die Einsamkeit, die man
dann spürt." Und hier hätte sich nichts gebessert: "Der gleiche Druck
lastet auch heute noch auf einem Auswanderer, seien es finanzielle Nöte,
Entfremdung oder die Suche nach einer Identität in der neuen Umgebung."
Dies alles sei eigentlich nicht politisch gemeint, ist ihre wiederholte Aussage
- dennoch gehört Susan McKeown nicht zu den Leuten, die ein Blatt vor den
Mund nehmen, wenn sie das Gefühl hat, etwas müsse gesagt werden: "Auf
mein letztes, traditioneller orientiertes Album 'Lowlands' habe ich ein Lied
aufgenommen, das man politisch nennen könnte. Es ist von Liam Weldon, der
vor wenigen Jahren gestorben ist und den man als einen Reisenden bezeichnen
könnte - das Lied heißt 'Dark Horse On The Wind'. Es stammt aus den
60ern und hat die irische Politik jener Zeit zum Thema, als in Nordirland der
Bürgerkrieg ausbrach.
Ein sehr starkes Lied." Bei der Aufnahme dieses
Stückes im Jahr 2000, fügt sie hinzu, hätte sie auch wieder
dieses Gefühl von Aktualität gehabt; das Gefühl, "etwas ans
Licht ziehen" zu müssen.
Thematisch beschäftigt sich Susan McKeown ansonsten mit Leben und Alltag der irischen oder, allgemeiner, der keltischen Frauen in vergangenen Zeiten. Und sucht nach Liedern, die nahezu in Vergessenheit geratene Frauenleben mit Geschichten und Anekdoten, aber auch wahren Begebenheiten ausfüllen: "Es ist natürlich nicht wirklich so, dass die Welt es braucht," meint McKeown, "aber es ist ein interessantes Thema. Frauen im Alltag oder bei der Arbeit, Frauen und die Liebe. Ich sehe das also eher als spannende Forschungsreise denn als Notwendigkeit."
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