Von Grit Friedrich
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"Hardcore Moldovenesc" |
Zdob shi Zdub unterwegs: 02.-04.07.04 Rudolstadt, tff - ![]() |
Sie gehörten zu den Entdeckungen auf dem erfolgreichen
"Russendisko"-Sampler des deutschen Labels Trikont, das eine ganze Reihe
von schrägen Bands aus Russland vorstellte. Doch Zdob shi Zdub um den
in Russland geborenen Sänger Roman Iagupov und den Bassisten
Mihai
Gîncu kommen aus der kleinen Republika
Moldawien, wo neben Russisch zunehmend Rumänisch gesprochen wird. Im
letzten Jahr gab die Band 150 Konzerte in ganz Osteuropa. In Rumänen
gewannen sie Ende April den MTV-Award 2004 für das beste Ethno-Album.
Am ersten Juli-Wochenende werden sie beim tff Rudolstadt ihren "hardcore
moldovenesc" vorstellen. Im Gepäck haben Zdob shi Zdub ihre aktuelle
CD "450 de oi" ("450 Sheep"), die Ende 2003 parallel in Rumänien und
bei Warner Austria herausgekommen ist. Im Folker!-Gespräch erläuterten
Roman Iagupov und Mihai Gîncu, was Folk, HipHop und harte Gitarrenriffs
miteinander verbindet.
Bis Mitte der neunziger Jahre haben Zdob shi Zdub eher American Hardcore imitiert und konsequent Englisch gesungen, wann kam das Umschwenken?
Roman Iagupov: Wir wurden zu einem wichtigen Festival in Moskau eingeladen,
"Learn to swim", wo wir neben so berühmten Bands wie Rage Against The
Machine, Red Hot Chili Peppers und Soul Fly gespielt haben und wo wir verstanden
haben, dass wir keine amerikanische Musik machen können, denn wir kommen
eben nicht aus Amerika.
Unsere Wurzeln liegen in Moldawien und
Rumänien. Nachdem wir im Kusturica-Film "Underground" Zigeunermusik
gehört und später die Fanfare Ciocârlia erlebt hatten, haben
wir dann diesen Cocktail unterschiedlicher Musikstile entwickelt.
Schreibt ihr für jeden Titel eine rumänische und eine russische Variante?
Roman Iagupov: Nur wenn es auch eine russische Zdob shi Zdub-CD gibt, die in Moskau oder Petersburg präsentiert wird, schreibe ich eine Handvoll Stücke auf Russisch. Aber der Rhythmus dieser Sprache harmoniert nicht so gut mit dem Rhythmus unserer Musik. Ich lerne immer mehr Rumänisch, langsam öffnet sich diese wunderschöne Sprache für mich, die Legenden, Balladen und auch die alte Musik.
Woher
kommt das Interesse
für traditionelle Musik, die auf dem aktuellen Album stark vertreten
ist?
Roman Iagupov: Ich wurde in Russland geboren, aber meine Kindheit habe ich in Moldawien verlebt und da eine Menge Volksmusik gehört. All diese Einflüsse, die ich als Kind aufgesogen habe, sind jetzt herausgekommen. Mihai Gîncu, unser Bassist, macht die Musik, ich schreibe die Texte. Ich denke, wir machen etwas Originelleres als American Hardcore, wir spielen Musik zum Tanzen nach zwei, drei Gläsern moldawischem Wein.
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