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Am 12. August 2002 raste eine ungeheure Wasserflut durch das Muldental. Der Fluss verließ sein Bett auf breiter Front und strömte durch die alte Stadt Grimma hindurch, eine Wüste der Zerstörung hinterlassend. Die Katastrophe weckte aber auch ungeahnte menschliche Kräfte.
Von Jürgen Brehme
Wenige Wochen nach der Flutkatastrophe befand sich Rolf Stahlhofen, Soulsänger aus Mannheim, in der Gegend und wunderte sich bei seinem Auftritt über die geringe Aufmerksamkeit, die ihm von den Menschen entgegengebracht wurde. Als er nachfragte, bekam er mit, wo sie alle innerlich waren: am Fluss. Er fuhr selber hin und bekam dort die ungeheure Energie zu spüren, die in den Menschen durch die Katastrophe freigesetzt wurde. Später resümierte der Grimmaer Bürgermeister, dass es wohl bis zu 100.000 Menschen waren, die durch ihren Einsatz der Kleinstadt Grimma geholfen haben zu überleben. Auch auf Stahlhofen griff dieser Enthusiasmus über. Zurück in Mannheim, rief er bekannte Musiker an, "die üblichen, die eben verdächtig sind, in so einem Falle zu kommen", wie er sagt. Innerhalb von neun (!) Tagen stellte er eines der größten Benefiz-Konzert auf die Beine, das jemals in Deutschland stattfand: "Menschen am Fluss". Auf dem neben seiner Band, den Mannheimer Söhnen, solche Größen wie Udo Lindenberg, Peter Maffay und Jule Neigel vor über 10.000 Besuchern auftraten. Noch heute zeigen sich die Beteiligten sichtlich beeindruckt, wenn sie von der Solidarität Deutschlands mit dem Flutgebiet in jenen Wochen sprechen.
Ein Jahr nach der Flut veranstaltete Grimma einen Gedenk- und Danktag, zu
dem statt den erwarteten einigen hundert Gästen knapp 10.000 Menschen
kamen. Spätestens da wurde den Einwohnern von Grimma
bewusst, wie viele Menschen sich ihnen verbunden fühlten.
Schon da lag der Gedanke an ein jährliches Festival zum Flut-Jahrestag
im wunderschönen Muldental in der Luft. Der Ruf der Stadt soll nicht
von einem Bild der Zerstörung und der Hilfsbedürftigkeit geprägt
bleiben. Im Laufe dieses Jahres sollen alle Schäden beseitigt sein,
so das ehrgeizige Ziel. Und am 13. August will man in der kleinen
sächsischen Stadt dann wie ein Phönix aus der Asche aufsteigen.
Das für den Sommer geplante Lied- und Chansonfestival könnte auf
Anhieb das bedeutendste Deutschlands auf diesem Gebiet werden. Mit einem
Auge schielt man in Grimma auf die Erfolgsgeschichte des Tanz&Folkfests
in Rudolstadt, dem heimlichen Vorbild für das eigene Vorhaben.
Die Stadt fiebert dem Ereignis geradezu entgegen. Während der Stadtrat ohne Gegenstimme für das 350.000-Euro-Wagnis votierte, bereiten sich Jugendclubs und Sportvereine schon darauf vor, den Zeltplatz (bis 7.000 Plätze), Massenquartiere, Parkplätze usw. zu betreuen. Sender und Zeitungen der Region treten als Medienpartner auf - auch der Folker! wird mit von der Partie sein - und ein Film soll das Festival dokumentieren.
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