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"Zwei Deutsche kämpfen für den kulturellen Austausch in Europa" - kündigen sie auf ihrer Website stolz an. Das mag auf den ersten Blick etwas plakativ klingen. Mutig und außergewöhnlich war der Schritt in jedem Falle, den Daniel Dinkel und Florian von Hoyer im Februar 2002 unternommen haben. Entgegen dem momentanen Trend zur Fusion bei vielen Labels haben sie ein unabhängiges, binationales Kleinunternehmen in der Nische der iberischen Musik ins Leben gerufen. Für den temporären Wahlspanier Dinkel war die Gründung von Galileo MC so etwas wie ein ungewöhnliches Souvenir, wie er im Gespräch verriet.
Von Stefan Franzen
"Wir haben in unserer Landkreis-Szene immer schon Musik gemacht, damals freilich
noch keine spanische", erinnert sich Dinkel an die gemeinsame Jugend mit
seinem jetzigen
Geschäftspartner
Florian von Hoyer. Während letzterer nach intensiver gemeinsamer
Aktivität in einer Band und in der Veranstalter-Szene nach Buenos Aires
auswanderte, blieb Dinkel zunächst im Bayrischen, studierte
Musikwissenschaft und jobbte nebenbei bei BMG. "Irgendwann dachte ich mir:
Jetzt muss ich auch mal raus aus Deutschland. Ich wollte außerdem noch
eine Sprache lernen, am liebsten Spanisch, und deshalb ging ich nach Madrid."
Nachdem er sich ein
ordentliches
sprachliches Rüstzeug verschafft hatte, wurde der musikverrückte
Emigrant bei mehreren madrilenischen Plattenfirmen vorstellig, unter anderem
beim traditionsreichen Hause Sonifolk. Der Verlag hatte sich seit Beginn
der Neunziger mit der Auslotung regionaler Musikfacetten Spaniens an die
Spitze der spanischen Folklabels gesetzt. Nach dem Tod des Gründers
Pedro Vaqueiro engagierte seine Witwe Mercedes den jungen Dinkel für
den vakanten Posten - und der modernisierte zügig Infrastruktur und
Technik, nahm neue Acts wie die Mallorquinerin Maria del Mar Bonet unter
Vertrag.
Da meldete sich plötzlich sein alter Freund Florian von Hoyer, der von Argentinien in die Alte Welt zurückkehren wollte und schließlich zum Team in Madrid stieß. Nun machten sich die beiden daran, dem musikalischen Repertoire ein neues Gesicht zu geben. Das Image der Musik Kataloniens, Andalusiens oder Valencias entstaubte man durch Gruppen, die sich ihrem Mutterboden durch Verquickung von Tradition mit Rock, Pop und Jazz näherten. "In diese Zeit fielen etliche wichtige Produktionen von L'Ham de Foc (s. Folker! 1/2003) oder der Katalanin Maria Lafitte. Und Anfang 2001 hatte Mercedes, die sich ohnehin aus dem Geschäft zurückziehen wollte, das Gefühl, wir beide können's jetzt allein. Sie bot uns an, eine neue Firma mit neuem Namen zu gründen, wobei wir Struktur und Katalog von Sonifolk übernehmen durften. Das war die Geburtsstunde von Galileo Music Communication'."
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