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The Warsaw Village Band unterwegs
02.07.03 Bremen, Breminale |
Dass Warschau neuerdings ein Dorf und polnische Folklore die Leidenschaft junger polnischer Musiker ist, darüber könnte man in erster Linie schmunzeln. Doch eine Gruppe von jungen Musikern aus der polnischen Hauptstadt will Polens Jugend jetzt eine Alternative zum Pop-Mainstream aufzeigen. Gerade hat die in ihrem Land bereits mit viel Aufmerksamkeit und zahlreichen Preisen bedachte Kapela Ze Wsi Warszawa (übers.: Kapelle aus dem Dorf, das Warschau heißt) ihr zweites Album veröffentlicht und will damit auch westeuropäische Ohren öffnen. Da mag es hilfreich, dass man sich mit The Warsaw Village Band jetzt einen für uns leichter aussprechbaren englischen Namen zugelegt hat.
Von Claudia Frenzel
Seit ihrer Gründung im März 1997 haben die zwischen 17 und 30 Jahre
alten Musiker und Musikerinnen auf allen wichtigen Folkfestivals Polens gespielt
sowie zahlreiche Radio- und Fernsehauftritte absolviert. Doch hierzulande
sind sie, trotz eines Gastspiels beim Tanz&Folkfest Rudolstadt vor drei
Jahren, mehr oder weniger unbeschriebene Blätter für die Musikpresse.
Dies soll sich mit der gerade erschienenen CD Wiosna Ludu (für
den westlichen Markt People's Spring) ändern. Anlässlich
deren Veröffentlichung im Februar, die vor allem dem Engagement des
Bremer Labels Jaro zu verdanken ist, waren das Nesthäkchen
der Band, die gerade 17-jährige Maja Kleszcz (Bass, Gesang) und der
22-jährige Wojciech Krazak (Violine, Drehleier) zu einem Promo-Termin
nach Berlin gereist. Begleitet wurden sie Majas Vater, dem polnischen
Journalisten Wlodek Kleszcz (Radio SA Warszawa), der von
ihnen allen nur godfather genannt wird. Und obwohl es um die
Musik der jungen Band und ihre eigene Geschichte geht, drängt sich immer
wieder Majas Vater als Sprachrohr in den Vordergrund unseres Gespräches,
ganz so, als hänge sein Herzblut am Erfolg der neuen CD außerhalb
der nordpolnischen Heimat. Nur schwer kann man sich seinen Ausführungen
über die polnische Musikkultur entziehen und mit den eigentlichen Akteuren,
mit Maja Kleszcz und Wojciech Krazak ins Gespräch kommen. Er sei nun
mal Musikjournalist, entschuldigt sich Majas Vater lachend, wenn er mal wieder
in die Beantwortung einer Frage eingreift und weit abschweift.
Begonnen hat alles mit der Teilnahme am Folk May Day Festival in Radom, hundert Kilometer südlich von Warschau, bei dem die gerade gegründete Band aus sechs Warschauer Musikschülern und -studenten ihren ersten Preis gewann. Das damalige Konzert, das aus lediglich drei tranceartigen Stücken bestand, wurde vom polnischen Radio übertragen und öffnete den jungen Musikern erste Türen. Bereits einige Monate später traten sie vor mehreren tausend Folkfans, die die Band gar nicht mehr von der Bühne lassen wollten, beim Olecko Station Festival (ca. 260 km nordöstlich von Warschau) auf.
Nach einigen Umbesetzungen und der ersten CD Hop SaSa
von Wlodek Kleszcz produziert und mit dem Publikumspreis des Polnischen Radios
als bestes Folk-Album des Jahres
1998 ausgezeichnet kam der große Durchbruch
in Polen im August 1999 beim International Music Festival in
Sopot (in der Nähe von Danzig). Dieses 1962 aus der polnischen
Schlagertradition entstandene Festival wird seit den 90er Jahren zunehmend
von westeuropäischen Popgrößen geprägt. Und seit einigen
Jahren gibt es hier auch einen Weltmusikschwerpunkt. Die Warsaw Village Band
spielte dort 1999 zusammen mit Weltmusikstars wie Goran Bregovic, Taraf de
Haidouks und Le Mystère Des Voix Bulgares. Die bulgarischen
Sängerinnen gehören für die jungen Polen zu ihren Idolen.
Bei diesem Festival wurden sie von Ulrich Balss entdeckt. Der
Geschäftsführer des Bremer Labels Jaro war für die Organisation
der Weltmusikbühne in Sopot mitverantwortlich.
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