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Rock'n'Roll 13 (Rent a poet, 1997)
in Frankreich erschienen: |
17 Hippies unterwegs:
03-04.05.03 Neuwied, Kultursommer |
Spätestens seit ihrer Filmmusik zu Andreas Dresens Erfolg Halbe Treppe, haben sich die 17 Hippies, die weder 17 an der Zahl noch 13, wie in der Vorschau im letzten Heft versehentlich angekündigt sind, bundesweit einen Namen gemacht. Ihr Spieltrieb und die damit verbundene Sucht nach dem regelmäßigen Konzertkick hat ihnen in den vergangenen sieben Jahren über 650 Konzerte in Deutschland, Frankreich, Italien, Ungarn, Österreich und den USA beschert. 1995 als Trio gegründet, wuchsen sie innerhalb kürzester Zeit zu einem Orchester an, das mit seiner immer unterschiedlichen Zahl an Mitgliedern nicht nur in der Hauptstadt Kultstatus erreicht hat.
Von Claudia Frenzel
Lange galten die 17 Hippies als Geheimtipp in Berlin. Mit ihrem allmonatlichen
in Eigenregie veranstalteten Hippiehaustanz in der Berliner Kulturbrauerei,
bei dem mal acht, mal 17 und oftmals auch weit mehr Musiker auf der Bühne
spielten, das Publikum tanzte, zuhörte oder gar mitmachte, sorgten sie
für Furore unter den Folk- und Swingbegeisterten.
Mit
Akkordeon, Banjo, Bratsche, Cello, Drehleier, Dudelsack, Flöte, Geige,
Gitarre, Klarinette, Kontrabass, Mandoline, Maultrommel, Nasenflöte,
Percussion, Posaune, Trompete und Ukulele enterten sie auch außerhalb
Deutschlands eine Vielzahl von Bühnen und räumten in der Regel
mit ihren Interpretationen europäischer Folkmusik ab. Zum Repertoire
gehören polnische Walzer, bulgarische Oros, Schweizer Polkas und
französische Chansons, aber auch Klezmer und mediterrane Melodien. Schnell
sprach sich herum, dass die Konzerte nicht nur keinen Eintritt kosteten,
sondern auch gehörig Spaß machten und jeder Auftritt ein
Unikat war. So wurde es schnell immer voller. Nachdem Halbe
Treppe bei der Berlinale 2001 den Silbernen Bären bekommen hatte,
waren die Veranstaltungen dann so gut besucht, dass sie auf zwei Tage ausgeweitet
werden mussten. Der Saal war eigentlich immer knackevoll. Wir mussten
sogar Türsteher engagieren, die die Leute vor sich selber geschützt
haben, erzählt Kiki Sauer (Gesang, Akkordeon, Piccolo und
Querflöte). An übervolle Säle haben sich die Musiker nach
ihrer Halbe Treppe-Tournee quer durch die Republik inzwischen
gewöhnt.
Das Angebot, den Soundtrack für den Film Halbe Treppe
beizusteuern, kam 1999 eher zufällig. Wir haben mehrere Jahre
hintereinander auf der Berlinale gespielt, auf diesen Galaabenden, die eine
relativ langweilige und dröge Angelegenheiten sind, erzählt
Sänger und Ukulelespieler Christopher Blenkinsop. Andreas [Dresen]
hatte in dem Jahr seinen Film Nachtgestalten' vorgestellt. Auf einer
Abschlussgala kam es zu so etwas wie einer Party. Andreas kam aus dem Nachbarraum
und dachte
wohl:
Oh Berlinale, ich muss hier durch, ich will nach Hause ... Huch, was
ist denn hier los, hier tanzen ja zwei, drei Leute'. Er blieb dann da und
wir kamen ins Gespräch. Dabei erzählte er, dass er Lust hätte,
mal einen Film zu machen, wo unsere Musik passen würde. Nach
längerer Funkstille hatten die 17 Hippies sich schon fast wieder von
dieser Idee verabschiedet, aber irgendwann meldete sich Dresen dann doch
und kam auf die Filmidee zurück. Gemeinsam machten sich Schauspieler,
Regisseur und Musiker an die Realisierung. Prägend für die
Zusammenarbeit waren die permanenten Diskussionsprozesse, um die Musik in
den Film und den Film in die Musik einzubinden. Während sich die Musiker
musikalisch von den geplanten Szenen inspirieren ließen, wurde der
Film auch maßgeblich durch die Musik beeinflusst. Die Rolle der
Musiker war gar nicht von Anfang an klar. Das hat sich erst im Laufe des
Films ergeben, welchen Stellenwert wir hatten und wie weit wir in die Handlungen
eingebunden waren, beschreibt Geigerin Kerstin Kaernbach den
Arbeitsprozess.
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