backAus eins mach vier

Der Deutsche Folkpreis

Die erste Bewerbungsrunde für die neuen Spartenpreise ist angelaufen

Markus Brachtendorf (Lecker Sachen) ist der neue Wirbelwind der deutschen Folk-Szene. Kaum wurde er in die Jury des Deutschen Folkpreises berufen, hat er schon (gemeinsam mit Robert Zollitsch) ein neues Konzept für diese Auszeichnung erarbeitet – die auch prompt umgesetzt wurde. In diesem Jahr ist er nun Pressesprecher des Folkpreises und erklärt Christian Rath im Folker!-Interview die Hintergründe des „neuen“ Folkpreises.

Nach 10 Jahren wurde der Deutsche Folkpreis gründlich reformiert. Warum?

Offiziell hieß er bisher ja „Folk-Förderpreis“. Für viele gestandene Musiker klang das aber nicht sehr attraktiv. Jetzt ist der Förderpreis nur noch ein Preis für junge Musiker bis 22 Jahren. Daneben wird der eigentliche Folkpreis künftig in drei Sparten vergeben: „Deutsche Roots“, „Globale Roots“ und „Neue Roots“. Damit können wir der Vielfalt der deutschen Folk- und Weltmusik-Szene besser Rechnung tragen.

Jetzt kann also auch eine Band den Deutschen Folkpreis gewinnen, die zum Beispiel mongolische Musik macht?

Genau. Theoretisch war das zwar bisher auch nicht ausgeschlossen, aber die Jury hätte wohl Skrupel gehabt und gedacht: „Wie sieht das wohl im Ausland aus?“. Jetzt aber gibt es speziell für solche Projekte die Rubrik „Globale Roots“. Große Teile der deutschen Folk- und Weltmusik-Szene beziehen sich ja gerade nicht auf deutsche Traditionen.

Wer entscheidet, zu welcher Sparte man gehört? Was ist etwa mit einer Mittelalter-Band, die lateinisch singt? Sind das nun deutsche oder globale Roots?

Das überlassen wir erstmal der Selbsteinschätzung der Künstler, in welcher Rubrik sie sich bewerben.

Und wozu würde der Folk-Hip-Pop von Lecker Sachen gehören?

Das wäre wohl eindeutig ein Beispiel für „Neue Roots“, weil hier Folk-Traditionen mit Elementen der Pop-Musik verbunden werden.

Wie alt müssen die Roots denn sein? Gilt Tango auch schon als Roots-Musik? Und Reggae? Und machen nicht auch volkstümliche Schlagersänger irgendwie Rootsmusik?

Immer diese konstruierten Fälle ... Wer sich angesprochen fühlt, soll sich bewerben. So einfach ist das.

Von „Folk“ ist gar nicht mehr die Rede beim Deutschen Folkpreis ...

Oh doch, und wie ... ist doch ein wundervoller Begriff. Für die Bezeichnung der neuen Folkpreissparten benutzen wir aber lieber den Begriff „Roots“, weil er wertfreier ist. Bei Folk gibt es doch starke Assoziationen zu bestimmten Stilen, etwa aus dem keltischen Kulturkreis.


Bewerbungsschluss ist der 30. März 2002.

Infos:
Deutscher Folkpreis, Rathausstraße 9, 10178 Berlin
e-mail dffkontor@folkpreis.de, go! www.folkpreis.de


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im Folker! 2/2002