backDie besondere CD

Wie in jedem Folker gibt es auch diesmal wieder eine CD, die aus der Masse herausragen:

USA AMY RIGBY --> Till the Wheels fall off


DIE BESONDERE - USA

AMY RIGBY
Till the Wheels fall off
(Spit & Polish SPIT019 / Shoeshine Records / SONY)
14 Tracks, 52:02; mit engl. Infos

Dass ihr niemand ebenbürtig sei auf der zeitgenössischen Popszene, wie der "Chicago Reader" konstatierte, also nicht einmal mitunter ähnlich klingende First Ladies wie Lucinda Williams oder Aimee Mann, kann man durchaus so sagen. Obwohl Amy Rigby an ungewöhnlich viele erinnert. Und doch bleibt ihr viertes Soloalbum aus einem Guss, ob die Stücke daherkommen wie eine Velvet-Underground-Ballade ("All the Way to Heaven"), Kate & Anna McGarrigle ("Even the Weak Survive"), Gilbert O'Sullivan ("The Deal"), eine Mischung aus früh-abgedrehtem "Space-Oddity"-Bowie und spät-meditativem Nick Lowe ("How People are") oder überschwänglich-opulente Nostalgie-Erlebnisbäder ("Till the Wheels fall off" mit Duett-Partner Todd Snider) á la Mavericks. Allesamt unantastbare Säulenheilige der Popmusik diesseits des Mainstreams, versteht sich. Dass Mrs. Rigby sich bei ihnen so mühelos einzureihen versteht, liegt wohl nicht nur an ihren musikalischen Oberflächen-Qualitäten - einem tief im Mittachtziger Girl Pop gründenden Alternative Rock mit Ausflügen in alle Nachbargebiete von veritablem Rock'n'Roll bis Middle-of-the-Road-Radiofutter - sondern vor allem auch an den Inhalten, die unter der Oberfläche an den Hörnern gepackt werden. Weit unter der Oberfläche mitunter, sowohl was den persönlichen Kassensturz der Protagonisten betrifft als auch bezüglich des Intimitätengehalts: "Ich werde älter, ich werde weiser, aber werde ich flachgelegt?" erklärt die neuerdings in Nashville logierende Frau in den besten Jahren das weit verbreitete Midlife-Problem Frustkauf ("Shopping around"), die resignierte Dauerfrage zum Thema Nummer Eins "Werden wir jemals wieder Sex haben?" gibt einem Song gar den Titel. Drumherum wird der Rest des prallen Lebens Normalsterblicher wie Mrs. Rigby und ihrer Hörer verhandelt. Zu vermitteln, wie man daran wachsen oder scheitern kann und wie man sich sowohl vom einen als auch vom anderen positiv inspirieren lassen kann, zeichnet gelegentlich große Sängerinnen und Sänger aus. "Sogar die Schwachen überleben" ist Amy Rigbys Fazit im bereits erwähnten "Even the Weak Survive". Drunter macht sie's gar nicht - und die Songs, die sie dazu singt, tun alles andere als dies Wässerchen der Erkenntnis zu trüben. Gibt nicht all zu viel ernst zu nehmende Konkurrenz da draußen im Poplande derzeit …

Christian Beck

 
AMY RIGBY - Till the Wheels fall off


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