In der Ausgabe Januar/Februar 2004 findet Ihr:
Anti-Kriegs-Produktion gewinnt knapp!!!
go! Die Folker!-CD des Jahres 2003
Les Enfants de l'Yser - "Grijsland - Citizens of Death's Grey Land"

Organisation und Koordination der Wahl(-seiten): Mike Kamp
go! Die Liederbestenliste
Präsentiert mit Unterstützung von Folker!, dem Magazin für Folk, Lied und Weltmusik
Streit mit dem SWR beigelegt
Zukunft der Liederbestenliste vorerst gesichert
Verein Deutschsprachige Musik gegründet
Erinnerungen an die Exiles
go! Enoch Kent
Neue CDs, aber keine Tourpläne für Deutschland

Von Gabriele Haefs
Young, jewish and from London
go! Oi Va Voi
So cool kann Klezmer sein

Von Christian Rath
Hispaniens musikalisches Erbe erwacht zu neuem Leben
go! Eliseo Parra
Ein Musiker wandelt auf den Spuren seiner Ahnen

Von Suzanne Cords
Lieder, die das Leben schreibt
go! Kari Bremnes
Norwegens melancholische Stimme

Von Suzanne Cords

WDR 3 und WDR 5 mit "Reformen" ins neue Jahr
go! "Optimiertes Programm" bedeutet Aus für Folk und Liedermacher
Inhalte der Matinee der Liedersänger eingeschränkt?
Weltmusik zwischen Kommunikation und Konflikt
go! Womex und Feria del Flamenco in Sevilla
Award-Verleihung an Freemuse

Von Cathrin Alisch
Balkan-Beat und Gipsy-Rave
go! Shantels Bucovina Club
Die Musik Osteuropas als Tanzparty

Von Hans-Jürgen Lenhart
Oud-Phantasien
go! Anouar Brahem, Dhafer Youssef, Ara Dinkjian und Rabih Abou-Khalil
Neue Wege auf der arabischen Laute

Von Birger Gesthuisen
Folker!-Labelporträt (9):
go! Glitterhouse
Der Aufstieg des Houses Glitter

Von Carsten Beyer
Texte zwischen Protest und Humor
go! Zebda
Jungs aus Toulouse nehmen Dinge selbst in die Hand

Von Anne Sasson
"World Music Guru" im Radio
go! Charlie Gillett
Erfüllt vom Enthusiasmus seines Publikums

Von Hannah Tame
Der Jongleur aus Kurdufan
go! Wafir
Auf der Suche nach neuen Klängen

Von Cecilia Aguirre
Música Mestiza und Szene Barcelona
go! Die Stadtindianer von Barna
Heißer Geheimtipp in Sachen Weltmusik - nicht nur wegen Manu Chao

Von Frank Schuster
There's no Business like Folk-Business
go! Teil 6: Die Promotion
Wie bringt man Medien dazu, über neue CDs zu berichten?

Von Christian Rath

go! Plattenprojekte
--> Charts 

 

editorial

 

--> Ferner liefen...

 

--> Impressum

Editorial

Liebe Musikfreundinnen und -freunde,

"Zum siebten Mal verleiht die Deutsche Welle in diesem Jahr den Weltmusikpreis für die beste Radiosendung." So stand es Anfang November auf der Homepage der Deutschen Welle über den von der DW in Zusammenarbeit mit der EBU (European Broadcasting Union) organisierten Radio-Wettbewerb zu lesen, der in den letzten Jahren weit über die Grenzen Europas hinaus große Resonanz gefunden hat. Eine wichtiger Zusatz fehlte allerdings in der Meldung "zum letzten Mal". Still und heimlich - hat da außer mir noch jemand ein Gefühl von Déjà-vu? - ist der Preis den Sparmaßnahmen der Welle zum Opfer gefallen. Wie man hört, wurde die Verleihung - die Namen der Preisträger standen am Tage der Überreichung übrigens noch nicht auf der DW-Homepage!!! - im vergangenen Jahr auch nur deshalb noch einmal durchgeführt, weil man offensichtlich vergessen hatte, sie rechtzeitig abzublasen. Mit dem Wettbewerb beabsichtigte die Deutsche Welle, "die Anerkennung von Musik fremder Kulturen zu fördern und sich aktiv am Dialog der Kulturen zu beteiligen". Damit ist es wohl nun vorbei. Doch es gibt auch positive Nachrichten aus dem Schürmann-Bau in Bonn zu berichten, in dem die Deutsche Welle seit vergangenem Jahr residiert: Demnächst soll die Liederbestenliste einen Platz im Programm finden. Die "BesucherInnen" der Folker!- bzw. Liederbestenliste-Homepage wissen ja bereits, dass am Rande des letzten SWR-Liederfests der Konflikt mit dem SWR bereinigt werden konnte. Die Liederbestenliste wird unter ihrem eingeführten Namen fortgeführt! Der Folker! hat sich für die Zukunft vorgenommen, dem deutschsprachigen Lied verstärkt ein Forum zu bieten. Sowohl durch die Unterstützung der Liederbestenliste als auch durch eine verstärkte Berichterstattung über diese Szene. Dabei sollen nicht nur die "großen" Namen, sondern auch Künstler und Künstlerinnen vorgestellt werden, die noch nicht im Rampenlicht stehen. Mit dem "Festival Musik und Politik 2004" im Februar in Berlin und der Jubiläumsveranstaltung "40 Jahre Festival Chanson Folklore International" im Mai auf Burg Waldeck stehen wichtige Veranstaltungen in den nächsten Monaten auf dem Programm (s. Beitrag in diesem Heft).

Dem leidigen Thema "Programmreform beim WDR" ist in dieser Ausgabe der Bericht über eine Pressekonferenz gewidmet, bei der die Programmverantwortlichen verkündeten, was sie so unter "Optimierung" ihres Hörfunkangebots verstehen.

In seiner Reihe "Folk-Business" beschäftigt sich Christian Rath dieses Mal mit der Promo-Politik der Plattenfirmen. Im Zusammenhang mit den einschneidenden Veränderungen bei der CD-Bemusterung haben Verleger, Herausgeber und Chef vom Dienst Ende vergangenen Jahres einen Grundsatzbeschluss gefasst: So wird es künftig eine Art "Strafecke" geben, in der alle CDs gelistet werden, die Störgeräusche enthalten, bei denen man nur auf MP3 verwiesen wird oder die als reine "Weißpressungen" ohne Bookletinfos zur Rezension vorgelegt werden. Zur besseren Information werden auch so genannte "Advance"-CDs zukünftig bei den Besprechungen besonders gekennzeichnet.

Ihr Folker!-CvD
Michael Kleff

P.S.: In meiner Reihe "USA - The land of the free, the home of the brave" kann ich dieses Mal berichten, wie es MusikerInnen ergeht, die sich für Meinungsvielfalt in den Vereinigten Staaten einsetzen. Knapp drei Wochen waren Billy Bragg, The Nightwatchman (Tom Morello von Rage Against The Machine), Steve Earle und Lester Chambers von den Chambers Brothers sowie einige weitere KünstlerInnen unterwegs, um unter dem Motto "Tell Us The Truth" auf die katastrophale Lage der Medien in den USA hinzuweisen, die Michael Copps, Mitglied der staatlichen Medienaufsichtskommission FCC, so beschreibt: "Die Vielfalt der Medien ist nicht bedroht, sie existiert nicht mehr." Dass die Tour von Billy Bragg und Co. praktisch unter Ausschluss der Mainstream-Öffentlichkeit stattfand, war zu erwarten. Dass sie nach einem Konzert in Florida von einer Gruppe von Rechten mit Pfefferspray angegriffen wurden, lässt Erinnerungen an dunkle Kapitel der deutschen Geschichte aufkommen und bestätigt, was Pete Seegers Manager, der 84-jährige Harold Leventhal, in Bezug auf das politische Klima im Land bereits in der letzten Folker!-Ausgabe gesagt hat: "Wir haben es mit einer Regierung zu tun, die am Rande des Neofaschismus steht." (s. Szene Heft 6/03)


Wir lesen uns wieder beim nächsten Folker! ?!!