Wafir

backDer Jongleur aus Kurdufan

Wafir

Auf der Suche nach neuen Klängen

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Discographie
Auswahl:

mit Radio Tarifa:
"Rumba Argelina" (BMG Ariola, 1994)
"Temporal" (BMG Ariola, 1996)

mit Kambala:
"Salam Khartoum" (Technosaga, 1996)

solo:
"Nilo Azul" (Nubenegra, 2002)

Seit über zehn Jahren bewegt sich der sudanesische Akkordeon- und Oudspieler Wafir ungezwungen in Spaniens Metropole Madrid. Bei allen hispano-sudanesischen Brückenschlägen hat Wafir nur eines im Sinn: den Schleier über der unbekannten Musiklandschaft des Sudans zu lüften. Der Sudan ist das größte Land Afrikas und das Land mit den vielleicht meisten Grenzen auf der Welt. Die geographische Nähe zu Libyen, Eritrea, Äthiopien, dem Tschad, dem Kongo oder Ägypten verwandelt den Sudan in die Schnittstelle von Schwarzafrika und der arabischen Welt und macht aus ihm ein afro-arabisches Land. Genau diese geographische Position birgt auch das musikalische Potential des Landes, um das sich der junge Multi-Instrumentalist Wafir bemüht.

Von Cecilia Aguirre

"Die städtische sudanesische Musik", so erzählt Wafir bei einem Gespräch in Madrid, "setzt sich aus arabischen und afrikanischen Anteilen zusammen. Gerade diese Mischung ist das Besondere an ihr. WafirDu hast also auf der einen Seite die afrikanische Rhythmik, auf der anderen Seite die arabischen Skalen. Leider aber ist diese sudanesische Mischung in Europa so gut wie unbekannt. Man kennt vielleicht die beiden Oudspieler Hamsa El Din oder Aziz El Mubarak, aber das reicht einfach nicht. Ich glaube, der Westen muss noch mehr Stile meiner Heimat kennen lernen, und ich möchte sie gerne Europa und der ganzen Welt vermitteln." Wafir selber stammt aus dem nordwestlichen Kurdufan, aus einer Familie mit zahlreichen Künstlern, die Mehrheit von ihnen Schauspieler. Zu ihr gehört aber auch Rasha, die ebenfalls in Spanien lebende Sängerin.

Schon im Sudan pendelte Wafir zwischen seinen beiden Hauptinstrumenten, dem Akkordeon und der Geige, hin und her. Zwei Instrumente, die so gar nicht in das Bild der traditionellerweise nahezu a cappella gesungenen Haqibahs passen, dem musikalischen Fundament moderner sudanesischer Musik. Vor allem mit dem 1941 etablierten Sudan Radio wurden viele neue Instrumente in das spärliche, ohne Harmonieinstrumente begleitete Haqibah-Genre eingeführt. Die Geige, das Akkordeon, Tablas und Bongos kamen meist über die ägyptische Grenze aus Kairo, wo sudanesische Musiker in die Plattenstudios gingen, um auf Vinyl aufzunehmen. Über das Rote Meer kam auch die fragile arabische Laute, auf der die Sudanesen die gleiche Zupftechnik anwandten wie auf der archaischen WafirLyra.

Musikalische Neugierde als Markenzeichen

In seinem Heimatland begleitete Wafir Sänger wie Abdul Aziz Almubarak, Mohamad Al Amin oder Abdul Karm Al Kably. Heute greift er mit größter WafirSelbstverständlichkeit vom Akkordeon auf die arabische Laute zurück. "Mit jedem Instrument verbindet mich eine besondere Beziehung. Das Akkordeon zum Beispiel habe ich am Konservatorium studiert, bis es mich langweilte und ich es vorzog, mit den Menschen auf der Straße zu spielen. Mit diesem Instrument habe ich im Sudan viele Sänger begleitet, denn die Oud ist zu leise und zu schlecht zu hören. Deswegen benutzt man im Sudan das Akkordeon. Es ist ein lautes Instrument, man hört es gut und man bringt ihm eine besondere Zuneigung entgegen. Die Oud ist ein sehr intimes und delikates Instrument. Du spielst eine Note und plötzlich erklingen in ihr viele Kulturen. Über die orientalische Laute habe ich die ägyptische und die türkische Musik kennen gelernt, denn es ist ein in diesen Ländern sehr gängiges Instrument." Und doch erfordert jedes Instrument seine eigene Technik. So manches Mal, erzählt Wafir, klappt die Melodieführung auf dem Akkordeon nicht. Um die typischen Verzierungen aber nicht vollends zu verlieren, greife er dann auf ein anderes Instrument zurück und stelle so eine Verbindung zwischen ihnen her. Neugierde scheint ohnehin ein Markenzeichen des jungen Sudanesen zu sein, denn er erweitert sein Instrumentarium gerne auch um die türkische Saz, die sudanesischen Bongos, die drei statt der üblichen zwei Schellenringe haben, oder die Karakeb, die metallenen Kastagnetten.


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im Folker! 1/2004