backWDR 3 und WDR 5 mit "Reformen" ins neue Jahr

"Optimiertes Programm" bedeutet Aus für Folk und Liedermacher

Inhalte der Matinee der Liedersänger eingeschränkt?

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"Schön, dass Sie unter die Zunft der Propheten gegangen sind." Mit diesen Worten kommentierte Wolfgang Schmitz, der Wellenchef von WDR 5, die im Editorial der letzten Folker!-Ausgabe gemachte Prognose über das Ende der Matinee der Liedersänger. Zwar wird es auch in Zukunft eine Matinee geben, die dann vom Funkhaus Europa redaktionell betreut wird. Doch der Teufel liegt bekanntlich im Detail. Bei einer Pressekonferenz Ende November antwortete Schmitz auf die Frage nach den Genres Folk und Lied bzw. Singer/Songwriter, dass sie "in der Tat keinen festen Platz mehr haben" in der Matinee. Wobei der Wellenchef von WDR 5 darauf verwies, dass die Matinee der Liedersänger sich ohnehin "eindeutig" in Richtung Weltmusik entwickelt habe. "Wir haben also etwas vollzogen, was ohnehin eine Entwicklung war." Ein Blick auf einige der Namen, die in den letzten drei Jahren vertreten waren, spricht allerdings eine andere Sprache: Seán Keane & Band (Irland), Triakel & Plommon (Schweden), Dick Gaughan & Brian McNeill (Schottland), Juan Manuel Cañizares (Andalusien), June Tabor (England), Roland Josef Leopold Neuwirth & Extremschrammeln (Wien), Cían (Irland), Bratsch (Frankreich), Tallari (Finnland), Groupa (Schweden), Cara Dillon (Irland), The Sands Family (Irland), Irish Spring Festival und Deirdre Starr (Irland) ... Das alles klingt ziemlich nach Folk. Und Liedermacher bzw. Singer/Songwriter waren auch dabei. Aber, wie gesagt, in der Zukunft eben nicht mehr, zumindest nicht in der Matinee. Für deutsche Singer/Songwriter sei, so Schmitz, auf WDR 5 noch Platz im Rahmen von Produktionen der Unterhaltungsredaktion. "Da machen wir ja Liederfeste regelmäßig in Paderborn. Das heißt, es wird dort diese Szene auch gepflegt, aber sie wird nicht mehr diesen festen Platz behalten."

Während der Jazz auf WDR in Zukunft von Montag bis Samstag täglich mit eigenen Sendungen vertreten sein wird, müssen sich die Fans von Folk und Americana-Musik auf schlechte Zeiten vorbereiten. Wie bereits im Herbst des letzten Jahres vom Folker! vermutet, fallen die Sendungen "Musikwelten: Das Thema" und "Musikwelten: World Live'n´Trends" weg. Zur Begründung sagte Wolfgang Schmitz: "Es ist so, dass wir wegen der Verlängerung des Wortprogramms am Abend auf das große Musikformat, dass es bisher bei WDR 5 gab, weitgehend verzichten mussten. Das ist der besseren Profilierung der beiden Wellen geschuldet." Laut WDR-3-Wellenchef Professor Karl Karst soll "Das Thema" teilweise in WDR 3 "Art" am Donnerstag (22 Uhr bis 23 Uhr) und in WDR 3 "Phon" am Sonntag (15-16 Uhr) aufgefangen werden. In einer schriftlich verbreiteten Presseinformation hieß es zudem, WDR 3 werde "das Musikspektrum am Nachmittag deutlich ausweiten und im Segment der anspruchsvollen Musik alle Genres zulassen". Die Frage, ob die Genres Folk und Americana zur "anspruchsvollen Musik" gehören, blieb unbeantwortet.


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Mehr über die "Programmoptimierung" beim WDR
im Folker! 1/2004