Beppe Gambetta

backMeister von Saiten-Traditionen

Beppe Gambetta

Wie die Blue Jeans nach Amerika kam ...

go! www.beppegambetta.com
(Auswahl)

Beppe Gambetta & Dan Crary: "Synérgia" (Felmay, 2001)
Beppe Gambetta, Carlo Aonzo, David Grisman:
    "Traversata - Italian Music In America" (Acoustic Disc, 2001)
Beppe Gambetta, "Blu di Genova" (Felmay, 2002)
Don Ross, Tony McManus, Beppe Gambetta, Dan Crary,
    "Live:Men of Steel - The Art Of The Steel-String-Guitar"
    (Thunderation Music, 2003)

Felmay-CD-Bezug über:
Just Records Babelsberg
go! www.just-records-babelsberg.de

Beppe Gambetta unterwegs:
17.10.03 CH-Bern, Mahogany Hall, mit Dan Crary
18.10.03 Bühl/Baden-Baden, Schütte-Keller, mit Dan Crary
20.10.03 Marbach/Neckar, Schlosskeller, mit Dan Crary
22.10.03 Biberach, Applaus, mit Dan Crary
24.10.03 CH-Gams, Guitar Repairs, mit Dan Crary
25.10.03 Weingarten, Der Gitarrenladen, mit Dan Crary
04.11.03 Dortmund, Italian Guitar Night,
    mit Franco Morone, Armando Corsi

Begriffe und Namen wie "Bluegrass", "Flatpicking", Doc Watson weisen geographisch nach ... Na? Richtig, Genua. Einer der engagiertesten, virtuosesten und kenntnisreichsten Gitarristen des Genres kommt aus Italien. Sein Name: Beppe Gambetta. Im zarten Alter von zwölf Jahren mit dem Bluegrass-Fieber infiziert, treibt es ihn seitdem rastlos umher - dies- und jenseits des Ozeans. Wanderer und Vermittler zwischen altehrwürdigen Folklore-Traditionen. Wiederentdecker des großen musikalischen Einflusses, den italienische Einwanderer zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ausgeübt haben. Wiederbeleber vom Vergessen bedrohter Melodien, Spieltechniken, ja sogar Instrumente. All das, sein neu erschienenes Album "Blu di Genova" und eine Tournee, die ihn im Oktober auch nach Deutschland führen wird, sind Grund genug, den sympathischen Flatpicker im Folker!-Gespräch selbst zu Wort kommen zu lassen. Rolf Beydemüller hat sich mit ihm unterhalten.

Wird man als Italiener in der Heimat des Bluegrass ernst genommen?

Sicher nicht zu Beginn meiner Karriere. Anfangs wurde ich auf beiden Seiten des Ozeans sehr snobistisch behandelt. In Amerika hieß es: "Wir brauchen keinen Typen, der aus Italien kommt und für uns Doc-Watson-Musik spielt. Wir haben ja Doc in Person." Und in Italien sagte man: "Bei all der großartigen traditionellen Musik, Beppe Gambettadie wir in Italien haben - warum muss dieser Kerl die Musik der Cowboys studieren und spielen?"

Aber wenn du hart und gründlich arbeitest, werden die Leute auf lange Sicht deine Hingabe sehen und den aufrichtigen Wunsch, gute Musik zu entdecken und weiterzugeben. Ein differenzierter und offener künstlerischer Blickwinkel ruft ein größeres Interesse an deinen Projekten hervor. Zur Zeit bringt man meinen Studien und Wiederentdeckungen von Pickingtraditionen viel Beachtung entgegen. CD-Verkaufszahlen und die wachsende Menge von Konzertbesuchern lassen mich hoffen.

Das "Traversata"-Projekt z.B. mit Carlo Aonzo und David Grisman verkaufte sich in den Staaten mehr als 10.000-mal. Aber auch in Genua, meiner Heimatstadt, ist es möglich an zwei aufeinander folgenden Abenden im Rahmen meiner "Acoustic Night" in einem ausverkauften Theater mit immerhin 1.000 Plätzen zu spielen. So lautet meine Antwort auf diese Frage heute glücklicherweise: "Ja, sie nehmen mich wirklich ernst."

Du bist im Oktober und November für einige Konzerte mit Dan Crary in Deutschland. Wie lange kennt ihr euch? Wie kam der Kontakt zustande?

Unsere musikalische Beziehung hat sich mit der Zeit entwickelt. Ich traf Dan 1986 zum ersten Mal. Ich war begeisterter Flatpicker und ein großer Fan seiner Musik. Er hatte ebenfalls Gelegenheit, meine Musik kennen zu lernen. Wir wurden Freunde und entschlossen uns, eine jährliche Europatournee zu organisieren. Jeweils im Januar, der einzigen Zeit in der Dan frei ist von Lehrverpflichtungen an der California State University.

Dieser Zeitraum nach Weihnachten und Neujahr auf den vereisten Straßen Nordeuropas wirkte zwar nicht sonderlich einladend, doch wir hatten großen Erfolg und es wurde von Jahr zu Jahr besser. Wir mussten schließlich unseren Tourplan und die Zusammenarbeit mit Veranstaltern ausbauen. Wenn ich heute die Länder aufzähle, die wir als Duo bereist haben, ergibt das eine beeindruckende Liste: USA (inkl. Hawaii), Kanada, Australien, Slowenien, Tschechien, Italien, Frankreich, Schweiz, Deutschland, Österreich, Dänemark, Belgien, Schweden, Holland, Luxemburg, England, Schottland, Irland … mag sein, dass ich einige vergessen habe.

Beppe GambettaWie würdest du die besondere "Synergia" Crary/Gambetta beschreiben? Habt ihr eine spezielle Arbeitsteilung?

"Synergia" ist der Titel unseres Live-Albums. Es war unser Wunsch, die Freude und Begeisterung einer Duo-Flatpicking-Darbietung einzufangen. Wir waren inspiriert von der magischen musikalischen Synergie der Väter dieser brother duets, wie den Delmore Brothers oder Doc und Merle Watson. Diese Familienbands schufen einen Stil, der im Wesentlichen auf der perfekten Synchronisierung zweier Instrumente basiert, mit dem gleichen Sinn für Drive und Synkopierung. Dan und ich haben eine Menge Arbeit auf diesen Aspekt verwandt. Speziell den geschmeidigen Übergängen und Wechseln zwischen Begleitung und Solospiel haben wir unsere ganze Aufmerksamkeit geschenkt. Wir bereiten unser Material hauptsächlich backstage oder in Hotelzimmern vor, im permanenten Kampf mit dem bisschen Zeit, das uns zur Verfügung steht. Wir bringen beide Ideen für Arrangements und Kompositionen mit und es ist immer sofort klar, wenn etwas Gutes dabei ist.


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Mehr über Beppe Gambetta
im Folker! 5/2003