back„Rhythm Is Love“

Keziah Jones

„Blufunk“-Musik: Synthese kosmopolitischer Erfahrungen

go! www.keziahjones.com

Discographie
„Blufunk Is A Fact“ (Delabel/Virgin, 1992)
„African Space Craft“ (Delabel/Virgin, 1995)
„Liquid Sunshine“ (Delabel/Virgin, 1999)
„Black Orpheus” (Delabel/Capitol, 2003)

Keziah Jones - Black Orpheus

Sampler: Various – „Republic Afrobeat“
    (Boa/Indigo, 2003)

Keziah Jones unterwegs:
21.10.03 Erlangen, E-Werk
22.10.03 Düsseldorf, Zakk
23.10.03 Dresden, Star Club
24.10.03 Aschaffenburg, Colos-Saal
go! www.scorpioconcerts.com

Den eigenen unverwechselbaren Stil zu erschaffen ist für viele Musiker ein langjähriger Prozess. Dem nigerianischen Sänger und Gitarristen Olufemi Sanyalou alias Keziah Jones war das bereits mit 24 Jahren gelungen: Mit seiner ganz spezifischen Mischung aus Blues und Funk, dem „Blufunk“, bei dem sein druckvolles, perkussives Gitarrenspiel den Gesang unterstützt, wurde er 1992 durch sein erstes Album „Blufunk Is A Fact“ gleich international bekannt. Seine Markenzeichen: falsettartiger Gesang und eine ausgeprägte Begabung, Funk, Blues, westafrikanische Musik und Rock immer wieder neu zu mischen und zu emulgieren. Seine Texte: teils kryptisch, provozierend, surreal, engagiert. Seine Sprachen: Englisch und Yoruba, teils gemischt, teils Slang. Für die Arbeit an seinem neuen, vierten Werk zog sich der heute 35-jährige nigerianische Komponist und Texter monatelang an die spanische Mittelmeerküste zurück. Nach der Veröffentlichung von „Black Orpheus“ im vergangenen April tourte Keziah Jones durch Europa und wurde für das Rolling-Stones-Konzert am Pfingstsonntag im Münchner Circus Krone kurzfristig als Support-Act eingeladen.

Von Sabine Froese

In Lagos in eine wohlhabende Familie geboren, wächst Keziah Jones zunächst in Nigerias damaliger Hauptstadt auf. Als er mit neun Jahren zur Schulausbildung nach Großbritannien geschickt wird, entdeckt er dort seine musikalische Seite eher zufällig: Eines Tages, als er gelangweilt durch das Schulgebäude streift, stößt er auf das Piano-Zimmer und klimpert dort von nun an öfters vor sich in. Er beginnt, Sounds zu entwickeln und schließlich ganze Songs zu schreiben. Mit 13 sitzt er regelmäßig am Klavier, mit 16 an der Gitarre oder dem Bass und liebt besonders das Komponieren. Aber erst als er nach dem Abitur studieren soll, schafft er es, sich den Erwartungen der Familie zu widersetzen, und eröffnet ihr, dass er sich gegen die Uni und für das Musikmachen entschieden hat. Er nennt sich jetzt Keziah Jones, denn „Olufemi Sanyalou war für mich immer mit einem bestimmten Ort verbunden. Keziah Jones sollte die unbekannte Seite meiner selbst sein, die ich durch Musik erforschen wollte.“

Vom Straßenmusiker zum Profi mit Plattenvertrag

Die nächsten Jahre verbringt der Autodidakt als Straßenmusiker – zunächst in London, dann in Paris. Auf den eigenwilligen Gitarrenstil aufmerksam geworden, filmt 1990 der ehemalige Songwriter Phil Pickett einen Auftritt von Keziah Jones. Dieses Video löst zwischen verschiedenen Plattenfirmen einen Konkurrenzkampf aus, und Emmanuel Buretel, der gerade das Label Delabel gegründet hat, schafft es, Keziah Jones als ersten Künstler zu verpflichten. Das Ergebnis dieses Deals, „Blufunk Is A Fact“, geht in Europa und Japan über 500.000-mal über den Ladentisch. Karriereplanung? „Es passierte einfach“, sagt Keziah Jones, „Musik ist für mich nichts, was man lernt – Musik ist etwas, das man in sich hat“.

Auf seinem drei Jahre später erscheinenden zweiten Album „African Space Craft“, das kraftvoller und wütender klingt, fällt Keziah Jones vor allem durch seine deutlichen Worte zum Thema Rassendiskriminierung auf und kassiert viel Kritik. Heute sagt er, dass sein Schwarzsein in seinem persönlichen Fortkommen keine Rolle gespielt hat. Begriffe wie Hautfarbe oder Religion sind für Keziah Jones Konstruktionen, politische Kategorien: „Niemand ist schwarz – es gibt Yoruba, Akan, Afro-Amerikaner ...“ Sein Fazit: „Du kannst die Begrenzungen, die dir die Umwelt auferlegt, transzendieren – das ist es, worauf es ankommt.“


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Mehr über Keziah Jones
im Folker! 5/2003