backAmerica? No thanks"America? No thanks"

Die einflussreiche englische Zeitschrift fROOTS fordert zum partiellen Kulturboykott auf

Seit zwei Jahren ruft das Magazin fROOTS, das englische Pendant zum Folker!, zum Boykott amerikanischer Mainstream-Kultur auf. Im Interview erläutert fROOTS-Herausgeber Ian Anderson die Hintergründe dieser Aktion.

Von Christian Rath

"America? No thanks" steht auf euren Postkarten. Gegen wen richtet sich eure Aktion konkret?

Sie richtet sich gegen den US-Kultur-Imperialismus. Du kannst nicht mehr das Radio anmachen, ohne amerikanische Musik zu hören oder lokale Kopien davon. Geh irgendwo die Straße runter und du siehst die Werbung von den immergleichen US-Konzernen, die sich an identisch gekleidete Leute richtet, damit sie amerikanisches Junk-Food essen.

Ian AndersonUnd was tut ihr dagegen?

Wir haben im Mai 2001 einen teilweisen Kulturboykott gegen Amerika begonnen.

Was heißt teilweise?

Wir berichten in fRoots weiter über lokale oder regionale amerikanische Musik: Blues, Cajun, Conjunto, Appalachian oder Musik von den Einwanderer-Communities. Aber wir haben US-Musik gebannt, die keine Roots und keinen Sinn für ihr Umfeld hat.

Über US-Pop habt ihr doch auch früher nicht berichtet. Was ist jetzt anders?

Es gibt durchaus einige Stil-Richtungen, die früher einen Platz in der Zeitung hatten und heute nicht mehr: Singer/Songwriter mit akustischen Gitarren, die über persönliche Probleme singen, eigentlich diese ganze akustische Rockmusik, die das US-Musikbusiness "Folk" nennt, ebenso die degenerierte Nashville Country Music oder unreflektierter Bluesrock.

Bob Dylan fällt aber nicht unter den Boykott?

Nein, vieles von dem, was Dylan gemacht hat, ist ja ziemlich rooted.

Boykott-Merchandising:
go! www.frootsmag.com/shop/boycott

Glaubst du, die US-Musikindustrie ist wirklich beeindruckt, wenn ihr nicht mehr über akustische Rockmusik berichtet?

Das ist kein Boykott, der etwas erzwingen will. Wir sind ja nur fROOTS, eine eher kleine Musikzeitschrift. Aber wir versuchen, die Menschen zum Nachdenken zu bringen.

Wie waren denn die Reaktionen auf deinen ersten Aufruf im Mai 2001?

Wir haben so viel Briefe und eMails bekommen, wie bisher auf kein anderes Thema. Über hundert Menschen haben uns geschrieben - fast alle zustimmend.


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Mehr über "America? No thanks"
im Folker! 5/2003