In der Ausgabe März/April 2003 findet Ihr:
Entertainer und Aktivist in einer Person
go! Harry Belafonte
Anthologie der schwarzen Musik als Lebenswerk

Von Michael Kleff
Karneval Kubanski
go! Salsa in Polen
Im Osten gibt es mehr als Chopin, Jazz und Folklore

Von Cathrin Alisch
Stimmiges Festival
go! Das "Stimmen"-Festival in Lörrach
Ein Portrait zum 10-jährigen Jubiläum

Von Christian Rath
"Wir haben unser eigenes kleines Eckchen gefunden"
go! Schandmaul
Mittelalterrock im Folkgewand

Von Claudia Frenzel
Unterwegs als Missionare für die Musik aus Irland
go! The Chieftains
Auf der Suche nach den irischen Wurzeln im amerikanischen Bluegrass

Von Gudrun Zercher
Titel 2/2003
Sinnlich, hintersinnig und stimmig
go! "Mexican Divas"

Mexikanische Sängerinnen auf neuen Wegen

Von Angela Isphording
Dorian Gray aus L. A.
go! Jackson Browne
Comeback mit neuem Album und alter Band

Von Harald Mönkedieck
Multikulturelle Gipfelwanderung
go! Tien-Shan-Schweiz-Express

Starke Band(e) zwischen Oberton und Jodeln

Von Stefan Franzen
Srbija: Sounds Global
go! Die Welt- und Folkmusikszene Serbiens
im Jahr drei nach Milosevic

Turbofolk spielen die anderen

Von Grit Friedrich
Grenzgängerin zwischen den Welten
go! Lila Downs

Von der Suche nach dem indianischen Erbe und dem Kampf gegen die ewige Traurigkeit

Von Suzanne Cords
Eine bewegte Karriere zwischen Kap und London
go! Joe Mogotsi und die Manhattan Brothers
Die Beatles Südafrikas

Von Christoph Wagner
Folker!-Labelporträt (5)
Konkurrenzlos bis zum Ende
go! AMIGA
Mit unscheinbaren Papphüllen verbundene Erinnerungen
Begeisterung ohne Karamellen
go! Carnaval de Sao Vicente

Die närrische Zeit auf den Kapverden

Von Antje Hollunder
Von Sex, Heirat und Tod
go! Goran Bregovic

Ein Rockmusiker auf dem Weg zum Traditionalisten?

Von Jürgen Brehme
"The beautiful dark moods"
go! Jackie Leven

Poetischer Songwriter mit scharfen Kanten

Von Carina Prange
Die Klänge Siziliens
go! Simona Barbera

Lieder vom Zauber einer Insel

Von Ulrike Klausmann
Kultur-Koloraturen
go! Eda Zari

Ethno-Jazz aus Albanien

Von Luigi Lauer
PLATTEN-PROJEKTE:
Hört ihn an und macht es anders
go! Die Ernst-Busch-Edition bei Barbarossa
 

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Editorial

Liebe Musikfreundinnen und -freunde,

wenn Sie diese Zeilen lesen, tobt vielleicht bereits ein Krieg im Irak. Angezettelt von einem Mann, der eine Marionette der Großindustrie ist und offensichtlich ein ungelöstes Vater-Sohn-Problem mit sich herum trägt. Obwohl die Zustimmung der amerikanischen Bevölkerung für die Politik von US-Präsident Bush merklich zurückgegangen ist, zeichnen die meisten US-Medien nach wie vor ein Bild, wonach die Unterstützung für den Waffengang überwältigend sei. Interessant ist, dass das Schweigen eines Großteils der Rockmusiker- und Singer/Songwriter jetzt auch von einigen Musikmedien in den USA thematisiert wird. So beklagten Herausgeber und Redaktion der Weltmusikzeitschrift Global Rhythm in ihrer Januar-Ausgabe gleich in zwei Kommentaren mit Verweis auf die Antivietnamkriegs-Bewegung das mangelnde Engagement der Künstler sowie das politische Desinteresse und mangelhafte Allgemeinwissen vor allem der Jugend. Neidisch blickt man auf Brasilien, wo mit Gilberto Gil ein linker Musiker zum Minister werden konnte. Allerdings wäre es auch in Deutschland unvorstellbar, dass jemand wie Konstantin Wecker oder Franz Josef Degenhardt von Bundeskanzler Schröder zum Kulturstaatsminister berufen werden könnte.

Die Praxis der US-Einwanderungsbehörde bei der Vergabe von Arbeitsvisa wird derweil immer bizarrer. Jüngster Fall: Die beiden französischen Pianistinnen Katia und Marielle Labeques wollten in den USA mit den Perkussionisten Colin Currie aus England und Julio Barretto spielen, einem gebürtigen Kubaner, der seit zehn Jahren einen Schweizer Pass hat, mit einer Schweizerin verheiratet ist und am Baseler Konservatorium lehrt. Bei der Einreise nach Atlanta ging zunächst alles gut. Alle Musiker hatten die erforderlichen Einreise- und Arbeitsdokumente. Dann wurde die USA-Tour jedoch durch einen Abstecher nach Mexiko City unterbrochen. Bei der erneuten Einreise nach Atlanta wurde Barretto trotz seiner gültigen Papiere nicht mehr ins Land gelassen. Begründung des Beamten: Es sei verdächtig, dass ein gebürtiger Kubaner mit einem Schweizer Pass aus Mexiko einreisen wolle. Barretto wurde kurzerhand in ein Flugzeug zurück in die Schweiz gesetzt. Seine Kollegen warteten außerhalb der Zollkontrolle drei Stunden lang vergeblich auf ihren Kollegen, ohne informiert zu werden. Unter der Überschrift "Musik und Zensur nach dem 11. September" stand dieses Thema auch auf der Tagesordnung des Folker!-Gesprächs beim Festival Musik und Politik 2003 Ende Februar. Die amerikanische Botschaft, die bereits im vergangenen Dezember um Entsendung eines Vertreters zur Teilnahme an dieser Diskussion gebeten worden war, hatte zumindest bis zur Drucklegung dieser Folker!-Ausgabe nicht auf die Einladung reagiert.

Kommen wir zum aktuellen Musikgeschehen. In Deutschland wirft derzeit die Festival-Zeit ihre Schatten voraus. Wobei die "Großen" ihr Programm noch wie ihren Augapfel hüten. Doch eine erfreuliche Neuigkeit kann an dieser Stelle schon verkündet werden: zum zehnjährigen Jubiläum des "Stimmen"-Festivals in Lörrach (s. dazu den Artikel in diesem Heft) ist der Folker! erstmalig als Medienpartner mit von der Partie. Einige der Künstlerinnen und Künstler, die in diesem Jahr in Lörrach auftreten, stellen wir Ihnen in den nächsten beiden Folker!-Ausgaben vor.

Den aufmerksamen Leserinnen und Lesern wird aufgefallen sein, dass sie einige der im vergangenen Heft angekündigten Themen vergeblich auf den folgenden Seiten suchen werden. Zur Erklärung sei angemerkt, dass die Folker!-Vorschau sich grundsätzlich nur als eine redaktionelle Planungsabsicht versteht. Angekündigte und dann kurzfristig abgesagte Tourneen etwa führen dazu, dass die eine oder andere Geschichte "gekippt" wird, während ein anderes aktuelles Thema aufgenommen wird. Für die Artikel und Porträts, die Sie trotz Ankündigung nicht im Folker! finden, gilt in der Regel jedoch: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Und damit will ich Sie in die Lektüre der neuen Ausgabe entlassen

Ihr Folker!-CvD
Michael Kleff


Wir lesen uns wieder beim nächsten Folker! ?!!