backDie Klänge Siziliens

Simona Barbera

Lieder vom Zauber einer Insel

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Discographie

„Mirto“ (Heaven &Earth, 2003)

Simona Barbera unterwegs:

18.03.03 Berlin, Grüner Salon
    CD Release Party
25.04.03 Kassel tbc
26.04.03 Kassel tbc
30.04.03 Kassel tbc
04.-06.07.03 Wabern tbc
19.07.03 Mannheim tbc

Wenn sie auf der Bühne steht, dann hält das Publikum den Atem an. Simona Barbera erweckt die alten sizilianischen Lieder zu neuem Leben. Scheinbar ohne Anstrengung bringt die zierliche Sängerin zarte Serenaden, obsessive Liebesschwüre und verzweifelte Klagegesänge hervor. Selbst wenn man den Dialekt nicht versteht, so bringt sie mit ihren Vokalimprovisationen die Stimmung der Lieder rüber. Die in Genua geborene Künstlerin hat mehrere Male die Heimat ihrer Eltern besucht, nicht nur, um die alten sizilianischen Texte und Melodien zu erforschen. Sie hat auch mit all ihren Sinnen die Stimmung unter den Menschen aufgenommen, ihre Art zu lieben und zu leiden, ihre kleinen Riten des Alltags, die meistens von Gesang begleitet sind. Das Konzentrat all dieser Eindrücke, den Zauber einer Insel voller Widersprüche und Mysterien, vermittelt sie mit ihren Neukompositionen und mit ihrer einmaligen Stimmtechnik. Begleitet von den leichten, fast schwebenden Melodieläufen ihrer Pianistin Irene Vanucci.

Von Ulrike Klausmann

Simona BarberaAn bestimmten Feiertagen herrscht eine besondere Stimmung in Sizilien, und in solchen Momenten besucht Simona Barbera die Mittelmeerinsel. Sie beobachtet die Menschen auf den Straßen und Friedhöfen, sie durchstreift versteckte Gärten und singt mit alten Bauern und Kutschern zum nie verstummenden Rhythmus des hyperaktiven Straßenverkehrs.

Die Bäcker verkaufen biscotti dei morti. Die weißen Kekse sehen ein bisschen verwest aus und werden in den Häusern versteckt, damit die Kinder sie suchen. In Sizilien gehören die Toten und die Heiligen zum Leben dazu, wie enge Vertraute der Familie. In Form von kleinen Statuen werden sie angebetet und mit Kosenamen bedacht, wie in heidnischen Kulturen. Diese bis heute lebendig gebliebenen archaischen Rituale des Alltags, das ist es, was Simona Barbera an Sizilien fasziniert.

Als Kind sizilianischer Eltern in Genua geboren, ist sie vertraut genug, um die Mentalität des Inselvolkes zu verstehen, hat aber dennoch genug Distanz, um über seine Eigenarten zu staunen. Die Liebe, mit der ein Gemüsehändler eine Apfelsine in die Hand nimmt, die Leidenschaft, mit der eine Mutter ihr Kind ruft: „Komm her, sonst bringe ich dich um“, all diese Eindrücke hat Simona Barbera aufgenommen, um sie künstlerisch zu verarbeiten.

Simona Barbera ist umgeben von Musik aufgewachsen. Ihr Großvater war ein Cantastorie, ein Bänkelsänger; von ihm und anderen Verwandten hat sie viele der alten Lieder Siziliens gelernt. Doch bevor sie anfing, sich mit Komposition und Gesang professionell zu befassen, studierte sie bildende Kunst. Sie reiste durch die Welt und Simona Barberafand ihre Themen immer unter den Menschen. Mit all ihren Sinnen nahm sie Stimmen, Stimmungen und Unstimmigkeiten auf. Sie veranstaltete Performances in einem besetzten Haus in brasilianischen São Paulo, in einem Flüchtlingsprojekt in Rom oder im Hafen von Genua. Mit Skulpturen, Fotografie, Tanz, Klangexperimenten und im Austausch mit Künstlern verschiedenster Herkunft kreist sie ihre Themen ein.

Diesmal heißt ihr Thema Sizilien. Das Ergebnis – oder eine Station in einem noch nicht beendeten Schaffensprozess – ist ihre erste eigene CD mit dem Titel „Mirto“. Mirto, die Myrte, gilt in Süditalien als Pflanze mit magischer Kraft. Mit Brot, Lorbeer und Olivenöl auf den Bauchnabel gelegt, lindert sie seelischen und körperlichen Schmerz. Mirto ist auch eine Stadt in Sizilien. Simona Barbera widmet jedes ihrer Lieder einem Ort auf der Mittelmeerinsel. Dabei ist ihr der poetische Klang wichtiger als geographische oder historische Gegebenheiten.


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im Folker! 2/2003