backEine bewegte Karriere zwischen Kap und London

Joe Mogotsi und die Manhattan Brothers

Die Beatles Südafrikas

go! www.mbawula.com
Discographie

The Manhattan Brothers
„The Very Best Of The Manhattan Brothers
Their Greatest Hits (1948-1959)“   (Stern's Africa, 2000)

Mbawula
„Southern Grooves“   (Dancing Rhino Records, 2002)

Cover

Buch-Tipp:

Joe Mogotsi (& Pearl Connor)
„Mantindane – He Who Survives.
  My Life With The Manhattan Brothers.“
Kopenhagen 2002, 160 Seiten, viele Fotos
(publ. by The Booktrader, Skindergade 23 kld,
DK-1159 Kopenhagen K, Dänemark,
E-Mail booktrad@post8.tele.dk)

Einst waren sie die Lieblingsband von Nelson Mandela. In den vierziger und fünfziger Jahren stand die populäre Musik Südafrikas im Zeichen der Manhattan Brothers. Die vier Sänger aus Soweto waren die ersten Superstars der afrikanischen Musikszene mit Schallplattenverkäufen, die in die Millionen gingen. Weltstars von heute wie Miriam Makeba sangen in ihrer Begleitband und im Radio erklangen pausenlos ihre Hits.

Von Christoph Wagner

Die Gruppe bestand aus vier Mitgliedern. Nathan Mdledle, Joe Mogotsi, Rufus Khoza und Ronnie Sehume hatten sich in den dreißiger Jahren in der Pimville Government School in Soweto getroffen. Von ihren Lehrern erhielten sie erste Anregungen zum Gruppensingen. „Unsere Lehrer sangen mit uns keine afrikanischen Lieder, sondern Ragtime- und Jazz-Melodien aus Amerika, die damals groß in Mode waren“, erinnert sich Joe Mogotsi, der immer die treibende Kraft der Gruppe war. „Diese Songs wurden in Wettbewerben am Ende des Schuljahrs aufgeführt mit den Eltern im Publikum, was uns zu kleinen Gesangsstars in der Schule machte.“

Durch die schulischen Erfolge angespornt, sangen die vier bald an Straßenecken in Manhattan Brothers und MakebaJohannesburg für ein paar Groschen von Passanten. Die Einkünfte entwickelten sich so prächtig, dass sie mit dem eingenommenen Geld bald ihrer Familie unterstützen konnten. „Ich verdiente durch Straßenmusik mehr, als mein Vater durch reguläre Arbeit“, erzählt Mogotsi. „Mein Vater wollte nicht, dass wir auf der Straße musizierten. Deshalb gab ich das Geld heimlich meiner Mutter, weil mein Vater einen Wutanfall bekommen hätte. Doch wir merkten, dass man mit Musikmachen seinen Lebensunterhalt verdienen konnte.“

Durch den Hintereingang zum Auftritt

Bei einem dieser Straßenauftritte wurde eines Tages ein Talentscout einer Schallplattenfirma auf sie aufmerksam, der ihnen das Angebot  für eine Plattenaufnahme machte. „Ein paar Tage später gingen wir schon ins Studio“, erzählt Mogotsi. „Da waren weiße Musiker, die uns begleiteten und wir fühlten uns wie kleine Stars. Nach den Aufnahmen fragten wir den Manager, wie viel wir ihm schuldeten, und da merkten wir erst, dass sie eigentlich uns Geld bezahlen wollten. Als ich mit dem kleinen Handgeld nach Hause kam, war ich ungeheuer stolz.“

Für Afrikaner war es nicht einfach, als Musiker unter der Diskriminierung des Apartheid-Regimes tätig zu sein. Nirgends war man vor Polizeiübergriffen sicher. Es gab Schikanen, Ausweiskontrollen und Razzien. Wollten die Manhattan Brothers proben, mussten sie eine Wache aufstellen, um schnell verschwinden zu können, wenn die Polizei aufkreuzte, denn sonst gab es Prügel. Wenn sie in weißen Clubs in Johannesburg auftraten, mussten sie durch den Hintereingang rein. Eigentlich war das überhaupt Manhattan Brothersnicht erlaubt, doch die Polizei drückte ein Auge zu, wenn es sich um Unterhaltung für Weiße handelte. Es war geduldet, sollte aber unter dem Teppich bleiben.

Makeba, Masekela und Brand als Begleitmusiker

Anders zu sein als andere Vokalgruppen wurde zum Erfolgsrezept der Manhattan Brothers. Sie wandten sich vom traditionellen Gesang ab und orientierten sich am Sound der neusten Doo-Wop-Gruppen aus Amerika. „Die amerikanische Firma Decca schlug uns vor, Hits aus den USA mit afrikanischen Texten zu singen“, berichtet Mogotsi. „Das machte uns ungeheurer populär. Wir traten regelmäßig zur besten Sendezeit im Radio auf.“


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Mehr über die
Manhattan Brothers
im Folker! 2/2003