backUnterwegs als Missionare für die Musik aus Irland

The Chieftains

Auf der Suche nach den irischen Wurzeln im amerikanischen Bluegrass

go! www.irish.com/chieftains.html
Discographie
(Auswahl):

„Bonaparte's Retreat“ (Claddagh Records, 1977)
„The Chieftains in China“ (Claddagh Records, 1987)
„Irish Heartbeat“ (Mercury, 1988, w/ Van Morrison)
„Another Country“ (RCA 1992, w/ Chet Atkins,
  Don Williams, Willie Nelson, Emmylou Harris,
  The Nitty Gritty Dirt Band)
„An Irish Evening: Live at the Grand Opera House,
  Belfast“ (RCA, 1992, w/ Nanci Griffith)
„The Long Black Veil“ (RCA Victor, 1995, w/ Sting,
  Mick Jagger, Sinead O'Connor, Van Morrison,
  Mark Knopfler, Ry Cooder, Marianne Faithfull,
  Tom Jones, and The Rolling Stones)
„Santiago“ (RCA, 1996)
„Tears Of Stone“ (RCA, 1999, w/ Joni Mitchell,
  Bonnie Raitt, Natalie Merchant, Sinead O'Connor,
  Joan Osborne, Mary Chapin Carpenter, Diana Krall,
  Sissel, Loreena McKennitt, The Corrs, The Rankins)
„Water From The Well“ (RCA, 2000)
„The Wide World Over“ (RCA, 2002)
„Down – The Old Plank Road/The Nashville Sessions“
  (RCA, 2002)

Down – The Old Plank Road/The Nashville Sessions

40 Jahre sind sie im Musikgeschäft und kein bisschen müde, wie es scheint. The Chieftains tragen als die musikalischen Botschafter Irlands seit 1962 den irischen Folk in die Welt hinaus. The ChieftainsDabei haben sie schon mit Musikern aus China, der Bretagne, Kanada und Galicien sowie mit so unterschiedlichen Künstlern wie Ry Cooder, Mick Jagger, Van Morrison, Diana Krall und Chito Kawachi zusammengearbeitet. Ans Aufhören denken die Iren noch lange nicht. Knapp ein halbes Jahr nachdem sie im vergangenem Frühjahr ihre Jubiläums-Best-Off-CD „The Wide World Over“ herausgebracht hatten, erschien im Oktober der erste Teil ihres neuesten Projekts: „Down The Old Plank Road/The Nashville Sessions“. Hier suchen Ober-Häuptling Paddy Moloney (63) und seine vier Mitstreiter nach Gemeinsamkeiten von irischem Folk und amerikanischem Bluegrass. Mit dabei u.a. Lyle Lovett, Béla Fleck, Ricky Scaggs, Alison Krauss und Gillian Welch. Genug Material für mehr als eine CD. Im Folker!-Gespräch kündigte Paddy Moloney für März „Down The Old Plank Road, Vol. 2“ an.

Von Gudrun Zercher

Frage: Wie kommen die Chieftains als Institution in der irischen Folk-Szene dazu, eine Country-CD zu machen?

Antwort: Wir haben bisher 40 Alben gemacht, ungefähr 25 davon mit guter traditioneller irischer Musik. Irgendwann habe ich angefangen, Musik aus der ganzen Welt und verschiedenen Genres zu untersuchen: von Rock bis Klassik. Vor ungefähr zehn Jahren machten wir das Album „Another Country“. Wir fuhren nach Nashville und nahmen mit einigen Country-Größen auf. Dieses Album brachte uns zwei Grammies ein. Für das neue Projekt sammelte ich die Musik irischer Emigranten, die in die USA ausgewandert sind. Ihre Musik nahmen sie mit. Man hört das der Country-Musik an. Ich dachte, wenn ich ein weiteres Country-Album machte, könnte ich tiefer nach den Wurzeln graben.

The ChieftainsFrage: Aus welcher Zeit stammen die Lieder?

Antwort: Die meisten sind aus dem 19. Jahrhundert. Wegen der Kartoffelpest wanderten damals viele Iren aus. Einige Stücke sind noch älter, 200 oder 300 Jahre.

Frage: Sind die Lieder alle original irisch?

In memoriam Derek Bell

Er wirkte bieder und zu seinen Markenzeichen zählten die
nicht enden wollenden Ragtime-Soli beim Abschlussmedley
von Chieftains-Konzerten. Im Oktober des vergangenen
Jahres starb das langjährige Bandmitglied Derek Bell nach
einem Konzert der Band in den USA völlig unerwartet an
den Folgen einer Operation. Der Harfinist hatte sich nicht
nur als Experte der traditionellen irischen Musik, sondern
auch klassischer Werke einen Namen gemacht. Die
Zusammenarbeit zwischen Paddy Moloney und Derek Bell
begann 1972, als die Chieftains von BBC Northern Ireland
eingeladen wurden, gemeinsam eine Komposition des
blinden Harfinisten Turlough O'Carolan (1670-1738)
aufzuführen. Bell ist nicht nur auf zahlreichen Chieftains-
Tonträgern zu hören, sondern er hat auch mehrere Soloalben
veröffentlicht (u.a. „Derek Bell Plays Himself“, 1981;
„Ancient Music For The Irish Harp“, 1992;
„A Celtic Evening With Derek Bell“, 1997)

mk

Antwort: Nicht alle. Sie werden als klassische Country-Bluegrass-Songs bezeichnet. Sie wurden in den USA komponiert und geschrieben, es gibt aber eine lyrische und musikalische Verbindung. Es gibt ein irisches Lied mit dem Titel „Molly Bán“. Molly ist der Vorname und Bán bedeutet die Farbe weiß. Bei meinen Nachforschungen stieß ich auf den Song „Polly Vaughan“. Dieses Lied kommt vom irischen „Molly Bán“, aber sie haben den Namen falsch übersetzt. Die amerikanische Version ist einhundert Jahre alt, die irische rund 300 Jahre. Thema und Worte sind gleich, aber die Melodie ist unterschiedlich. Dies ist mein Bluegrass-Greengrass-Projekt.

Frage: Was gefällt Ihnen an der Country-Musik?

Antwort: Ich höre eigentlich keine Country-Musik. Ich habe nur nach den Wurzeln des Bluegrass' gesucht. Diese Musik basiert auf dem gleichen Gefühl wie irische Musik. Als wir mit den Sängern ins Studio gingen, war es wie Heimkommen. Wir nahmen jeden Tag vier Lieder auf. Es gab dieses tiefere Verständnis. Sie waren mit unserer Musik vertraut und wir mit ihrer. Es fiel mir sehr leicht, dieses Album zusammenzustellen. Es gab so viel Material und die Sache ist so erfolgreich, dass wir im März eine zweite CD herausbringen.

Frage: Im Moment wird nach den Wurzeln der amerikanischen Musik gesucht. Hat das etwas mit den Anschlägen vom 11. September 2001 zu tun?

Antwort: Nein. Diese Entwicklung ähnelt der in Irland, wo unsere Musik in den vergangenen 15 Jahren auch immer bekannter wurde. Diese Musik war immer da. Nun gewinnt sie Preise. Es ist wie immer in der Musikwelt: Wenn es nicht gerade Rap oder Rock ist, bekommt die Musik nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient!

The ChieftainsFrage: Was hat sich im Musikgeschäft verändert, seit Sie Ihre Karriere begonnen haben?

Antwort: Meine Mission war es, die Welt auf unsere großartige irische Musik aufmerksam zu machen. Die Menschen dachten, irische Musik bestünde nur aus sentimentalen Liedern wie „Danny Boy“. Aber es gab auch andere Musik. Bessere. Vor 40 Jahren machte ich mich daran, sie zu verbreiten. Es war sehr schwierig. Wir konnten nicht das tun, was wir heute machen. Damals nahm man nicht mit anderen Musikern auf. Man konnte sich zwar hinsetzen und mit ihnen spielen, aber es wurde nicht aufgenommen. Es war nicht erlaubt.


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im Folker! 2/2003