back„Wir haben unser eigenes kleines Eckchen gefunden“

Schandmaul

Mittelalter-Rock im Folkgewand

go! www.schandmaul.com
Discographie

„Wahre Helden“ (Eigenproduktion, 1999,
  Wiederveröffentlichung 2003)
„Von Spitzbuben und anderen Halunken“
  (F.A.M.E. Recordings/BMG, 2000)
„Narrenkönig“
  (F.A.M.E. Recordings/BMG, 2002)

Eigentlich wollten sie sich vor einigen Jahren ja nur treffen, um zum Spaß Folksongs von Bob Geldof, The Seer oder Fiddler's Green zu covern, doch bald wurde das zu langweilig und der erste eigene Song entstand. Inzwischen hat die Münchener Band Schandmaul die Folkrockszene, die vor allem aus dem Großraum Berlin kommend durch die Lande rollte und von Bands wie The Inchtabokatables, Subway to Sally oder In Extremo angeführt wurde, mit drei Alben und zahlreichen Tourneen bereichert und so nebenbei noch den Folkförderpreis 2000 eingeheimst. Dabei geben die Musiker zu, von der Folkrockwelle der 90er Jahre im Osten nichts gewusst zu haben. So zeigen Schandmaul, dass nicht nur Weißwurst und Bier sowie alpine Weltmusik, sondern auch guter Mittelalter-Folkrock aus Bayern kommen kann.

Von Claudia Frenzel

Zur Gründung von Schandmaul kam es spontan im Frühjahr 1998 in der Küche von Ex-Bassist Hubsi Widmann (die Band und er trennten sich Ende letzten Jahres nicht ganz in Harmonie). Dort kam beim gemeinsamen Musikhören die Lust auf, mal eine andere als klassische Musik oder Rockmusik zu machen. SchandmaulSchnell wurden ein paar Freunde der Rockband Weto gefragt, ob sie nicht dazu stoßen wollten, und binnen zwei Wochen fand man sich The Seer und Bob Geldof covernd in besagter Küche wieder. Der erste Auftritt kam bereits ein halbes Jahr später und irgendwann wurde das Nachspielen zu langweilig, eigene Songs mussten her. Und der erste hieß „Das Teufelsweib“.

ClownAuch der Namen der Band kam eher zufällig, wie sich Sänger, Akustikgitarrist und Akkordeonspieler Thomas Lindner erinnert: „Bandnamen suchen ist ätzend. Wir hatten, schon bevor der Name da war, diese Idee von dem Narren, der ja auf allen CDs auftaucht. Über den Narren kam der Name dann irgendwie von selbst ... nach dem König kommt das Schandmaul, das Lästermaul ... und das fanden wir dann eigentlich ganz gut. Inzwischen habe ich mitbekommen, dass es so ein paar Landstriche in Deutschland gibt, Thüringen etwa, wo das Wort richtig oft benutzt wird, wo das Wort ‚Schandmaul' so wie ‚Depp' in Bayern alle zwei Sätze fällt, aber ich finde den Namen immer noch gut.“

Bayrisches Inselleben

Inzwischen sind drei Alben der Band erschienen, zahlreiche Konzerte vor Hunderten Fans absolviert und weitere Pläne geschmiedet. Mit einer Mischung aus folkigen, mittelalterlichen Klangfarben, irischer und französischer Folkmusik oder gar Liedermacherweisen gepaart mit kräftigem Rock haben Schandmaul mühelos den bereits von anderen Bands geebneten Weg betreten können. SchandmaulDass es außer ihnen bereits im Osten eine regelrechte Schwemme an Folkrock-Bands gab, war den Münchenern bis dato noch unbekannt und sie waren regelrecht erstaunt, als sie auch außerhalb Bayerns dem Phänomen Mittelalter-Folk begegneten. „Nachdem wir schon ein Jahr gespielt hatten, kamen die Leute an und meinten: Hey, ihr klingt ja wie die und die“, erzählt Thomas Lindner heute schmunzelnd. „Und wir sagten: Ach echt, es gibt schon eine Schublade, in die wir reinpassen? Und dann hab' ich zum ersten Mal Subway to Sally und In Extremo gehört. Die einzigen, die ich davor kannte, waren die Merlons aus Erlangen.“ Vielleicht ist das der Grund dafür, dass Schandmaul unbeeinflusst von anderen Gruppen ihren eigenen Stil entwickeln konnten. Insgesamt legen die sechs Münchner Wert darauf, dass in ihrer Musik viel mehr Folk steckt als bei ihren Kollegen. Die Fans stört das wenig und so sieht man auf Konzerten einträchtig Schandmaul-T-Shirts neben solchen von Subway to Sally oder In Extremo.


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Mehr über Schandmaul
im Folker! 2/2003