In der Ausgabe Januar/Februar 2003 findet Ihr:
Sieg der Frauen auf ganzer Linie!!!
go! Die Folker!-CD des Jahres 2002
:
„So Much Shouting So Much Laughter“ von Ani diFranco!!!
Klezmer-Supergroup aus New York mit neuer Studio-CD
go! The Klezmatics

„Reine“ Klezmer-Musik hat es nie gegeben

Von Carsten Beyer

Titel 1/2003

Mr Ruhrgebiet
go! Frank Baier

Sänger, Musiker, Sammler & Songpoet

Von Ulrich Joosten
„You should leave words alone unless you've something to say“
go! Bert Jansch

Schüchtern und nüchtern zurück in die Zukunft

Von Elise Schirrmacher
Troubadoure des 21. Jahrhunderts
go! L'Ham de Foc

Klänge aus der Schatzkammer mittelalterlicher Musik

Von Stefan Franzen
Eine Band erwacht zu neuem Leben
go! Orchestra Baobab

Spezialisten in allen Stilen aus Senegal

Von Suzanne Cords
Markenzeichen: rauchige Stimme und klare Texte
go! Mary Gauthier

Lieder über Tunten in Limousinen, Nonnen in Jeans und philosophierende Trinker

Von Gudrun Zercher
Russische Sängerin trifft New Yorker Jazz-Musiker
go! Natascha Osterkorn & Paul Brody

Musikalischer Spagat zwischen Folklore und Improvisation

Von Claudia Frenzen
Dies Lied ist mein Lied
Dies Lied ist sein Lied: go! Hans-Eckardt Wenzel hat nach Billy Bragg und Wilco den zweiten Satz nachgelassener Woody-Guthrie-Songs bearbeitet

Von Christian Beck
Im Schatten der Merengue-Musik
go! Szene Dominikanische Republik

Afro-karibische Trommelklänge von der Insel

Von Hans-Ulrich Dillmann
Heavy Metal der traditionellen Musik
go! Comeback der Blasmusik in aller Welt

Kinofilme brachten neue Popularität

Von Christoph Wagner
Vielvölker-Folk aus Kaolack
go! Pape & Cheikh

Lieder für das Senegal-Boot

Von Bernd Bothy
Folker!-Labelporträt (4)
Von den Schmetterlingen bis zu Erika Pluhar
go! Die Extraplatte in Wien

Seit 25 Jahren gegen den Mainstream

Von Jörg Eiben
Immer auf der Suche nach neuen Horizonten
go! Kol Simcha alias The World Quintet

Klezmer zwischen Tradition und Weltmusik?

Von Matti Goldschmidt
PLATTEN-PROJEKTE:
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editorial
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Editorial

Liebe Musikfreundinnen und -freunde,

in seinem Editorial in der jüngsten Ausgabe der amerikanischen Zeitschrift Sing Out! fasst Herausgeber Mark Moss seine Eindrücke von der Weltmusikmesse Womex in Essen zusammen. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass sich Folk- und Weltmusikszene sehr ähnlich sind, wenn es darum geht, offen für das jeweils andere Genre zu sein: Scheuklappen aller Orten! Diesen Eindruck kann ich nur bestätigen. Es gibt Vertreter beider Szenen, die schon mit dem jeweiligen Begriff Folk bzw. Weltmusik Probleme haben. So soll beispielsweise den Abgesandten der amerikanischen Folk Alliance in Essen deutlich gemacht worden sein, dass den im European Forum Of Worldmusic Festivals zusammengeschlossenen Veranstaltern das Wort Folk ein Dorn im Auge sei und man sich für die für 2005 in Montreal geplante gemeinsame Konferenz von Folk Alliance und Strictly Mundial einen anderen Namen einfallen lassen müsse. Szenenwechsel. Statt der Verleihung des Womex Awards 2002 an den armenischen Duduk-Virtuosen Jivan Gasparyan beizuwohnen, machte ich mich am letzten Tag der Womex auf dem Weg nach Düsseldorf, um einen der seltenen Auftritte von Liedermacherlegende Dieter Süverkrüp zu erleben. Anlässlich der Veröffentlichung eines 4-CD-Boxsets und eines Buches, beide unter dem Titel „Süverkrüps Liederjahre – 1963-1985ff“, las und sang Süverkrüp im Heinrich-Heine-Institut. Am Rande der Veranstaltung wurde ich der Managerin einer Kleinkunst-Künstlerin vorgestellt, die mir berichtete, das Schnupper-Abo des Folker! bestellt zu haben ... um das Abo jedoch gleich wieder zu kündigen, weil, Zitat, „der Folker! nicht nur über Liedermacher berichtet“. Von dem Angebot der kostenlosen Veröffentlichung der Auftritte mache man jedoch gerne Gebrauch. Wie gesagt, Scheuklappen aller Orten! Womex in Essen und eine Liedermacher-Veranstaltung in Düsseldorf, zwei Welten, die sich darin einig zu sein scheinen, nicht über den eigenen Tellerrand hinausschauen zu wollen. Das wird den Folker! jedoch auch in Zukunft nicht davon abhalten können, daran zu arbeiten, Mauern der Ignoranz einzureißen und dazu beizutragen, die verbindenden Elemente von Folk, Lied und Weltmusik in der Berichterstattung aufzuzeigen.

Auf drei Dinge in eigener Sache will ich an dieser Stelle eingehen. Immer wieder erreichen uns Zuschriften von Veranstaltern, in denen darum gebeten wird, den Redaktionsschluss für die Terminseiten auf einen späteren Zeitpunkt zu legen. In diesem Zusammenhang will ich einmal auf die Möglichkeit hinweisen, selber ganz aktuelle Termine in die Folker!-Homepage zu setzen. Ein Blick unter www.folker.de sagt Ihnen, wie das geht. Zudem meine ich, dass jeder, der sechs Wochen vor einem Tourneebeginn noch nicht weiß, wo er spielen soll, sich bewusst darüber sein muss, dass eine sinnvolle Werbung für die entsprechenden Konzerte ohnehin kaum noch möglich sein dürfte.

Häufig werde ich auch gefragt, nach welchen Kriterien eigentlich Beiträge ins Heft genommen würden. Das erfordert eigentlich eine längere Antwort. Nur soviel sei an dieser Stelle dazu gesagt. Natürlich spielt zunächst die Aktualität einer Geschichte eine wichtige Rolle, aber auch, ob es sich um ein Thema handelt, das nach Ansicht der Redaktion von Interesse für die Leserschaft sein könnte. Im Unterschied zu vielen anderen Musikmagazinen gibt es beim Folker! jedoch grundsätzlich kein Junktim zwischen der Anzeigenschaltung einer Plattenfirma und dem jeweiligen Beitrag. Das gereicht dem Folker! zum Vor- wie zum Nachteil. Der so erreichten journalistischen Unabhängigkeit steht ein erhöhtes finanzielles Risiko gegenüber. Gerade für den Folker! gilt daher: je mehr AbonnentInnen, umso unabhängiger ist das Blatt in seiner redaktionellen Gestaltung.

Im Zusammenhang mit der Erstellung des neuen PROFOLK-Adressbuches will ich zum Abschluss noch klarstellen, dass der Folker! im Interesse einer besseren Vernetzung der Szene die jüngste Aktion zur Aktualisierung des veralteten Adressenmaterials unterstützt, aber weder als Herausgeber noch als Macher des Adressbuches auftritt. Die inhaltliche Verantwortung liegt ganz in den Händen von PROFOLK.

Damit soll es dann auch wieder einmal genug sein mit meinen persönlichen Anmerkungen zur Lage. Der Folker! geht Dank Ihrer Unterstützung in das sechste Jahr seines Erscheinens. Bei der Lektüre des ersten Heftes des Jahres 2003 wünscht viel Vergnügen

Ihr Folker!-CvD
Michael Kleff


Wir lesen uns wieder beim nächsten Folker! ?!!