backDie besonderen CDs

Wie in jedem Folker gibt es auch diesmal wieder CDs, die aus der Masse herausragen:

Deutschland DIVERSE --> Travellin' Companion 3 - A Musical Journey to Germany
Blues DIVERSE --> Blues Legends In London
Klezmer THE WORLD QUINTET --> The World Quintet (Feat. The London Mozart Players And Herbert Grönemeyer)


Die Besondere - Deutschland

DIVERSE
Travellin' Companion 3 - A Musical Journey to Germany

(Weltwunder Records 503-2)
17 Tracks, 56:36, mit Infos in dt./engl.

Nach Polen und Italien nun der dritte geniale Streich (auch wenn in dieser Zeischrift mal Anderslautendes zu lesen war, die Geschmäcker sind halt verschieden); der schwierigste Streich von allen, die Musik der Heimat. Die Distanz zu fernen Ländern ermöglicht bei der Zusammenstellung eine natürliche Objektivität, aber hier saß Chef Jörg Gebauer mittendrin und hat einen Sampler zusammengestellt, auf den dieses Land verdammt noch mal stolz sein kann.

Die verdienten PROFOLK-CDs kommen da nicht mit, das sage ich ohne Häme als jemand, der die Ehre hatte, an ihrer Zusammenstellung ausnahmslos mitzuwirken. Etliche der Künstler des "Travellin' Companion" waren über die Jahre auch auf den PROFOLK-Samplern vertreten, aber was Gebauers Werk auszeichnet, ist (neben der gewohnt launigen Einführung eines Ken Hunt) die durchgängig sehr hohe Qualität, die Bandbreite und die erfreuliche Abenteuerlichkeit der Beiträge. Natürlich muss ich Namen nennen und nehme zur Verdeutlichung einfach die ersten sieben: 17 Hippies, Das Blaue Einhorn, Die Grine Kuzine, Bayrisch Diatonischer Jodelwahnsinn, Jams, Element of Crime, Lecker Sachen. Verstanden? Okay, Gebauer ist nicht wie PROFOLK auf Bewerbungen der Künstler angewiesen, er kann sich (wenn auch nicht ohne Limit) bedienen. Und ja, die wenige noch existierende, halbwegs authentische und interessante deutsche Volksmusik ist nicht dabei. Hier geht es um die zeitgenössische Variante der Musik, für die diese Zeitschrift u.a. auch steht und unter dieser Prämisse ist es schlicht ein ausgesprochen sauberes Werk. Wenn mich jemand im In- oder Ausland fragte: "Gibt es denn in eurer Kategorie eigentlich auch geile Musik in Deutschland?", dann würde ich voll grenzenlosem Optimismus diese CD rüberschieben und sagen: "Hör selbst!"

Mike Kamp

 
DIVERSE Travellin' Companion 3 - A Musical Journey to Germany


Die Besondere - Blues

DIVERSE
Blues Legends In London

(Sanctuary Records CMETD 562)
3-CD-Box, 45 Tracks, 173:19, mit Infos

Wenngleich England den Krieg gewonnen hatte, machten sich 1951, als der Bluesmusiker Big Bill Broonzy aus Chicago erstmals auf der britischen Insel ankam, Auflösungserscheinungen des Empire bemerkbar. Bereits 1948 waren Immigranten aus der Karibik in englischen Häfen an Land gegangen. Schwarze Menschen bekam man zu diesem Zeitpunkt dennoch im Straßenbild der Inselstädte eher selten zu Gesicht. Die angesagte Musik im Londoner Ronny Scott's Club war New Orleans Jazz Marke King Oliver. So verwundert es nicht, dass der Meister Broonzy und seine nicht minder hochkarätigen Kollegen Josh White und das Duo Terry/McGhee, welche in Großbritannien der Jahre 1955 und 1958 ihre musikalische Visitenkarte abgaben, dem Publikum als Jazzmusiker vorgestellt wurden. Bei letzteren gar mit dem geschickten Schachzug durch die Zusammenarbeit mit der Chris Barber Jazz Band. In deren Reihen wirkte Alexis Korner als Bindeglied und brachte stets einen Blues-Set ins Programm ein. 1893 geboren, machte Big Bill bereits ab den 1920er Jahren Plattenaufnahmen - zunächst Solo, später in den 30er und 40er Jahren mit E-Gitarre in City-Blues-Combos und bläsergestützten Rhythm'n'Blues-Bands. In Europa dagegen und für seine weißen, unbedarften Zuhörer musste er den Mississippi-Plantagenmann mit Akustik-Gitarre geben. Doch das gelang ihm hervorragend. Davon legen die zeitlosen Tondokumente mit sechs Eigenkompositionen, sowie Leroy Carr's "In The Evening", "Hill's Glory Of Love" und W.C. Handy's "St. Louis Blues" beeindruckendes Zeugnis ab. Ein Jahr vor Broonzy war Josh White bereits in England gewesen. White, in der New Yorker Szene als "Sensation aus dem Süden" verkauft, wurde mit Paul Robeson prominentes Mitglied der Protestbewegung gegen Rassendiskriminierung, die später als "kommunistisch" diskreditiert wurde. Durch seine europäische Popularität konnte seine Karriere nicht gänzlich zerstört werden. Mit sensibler Bandunterstützung spielte er 1956, zwanzig Jahre nach seinem Plattendebut zehn Blues-Klassiker, darunter seine unsterbliche Versionen von "Careless Love" und dem expressiv dramatischen "Dink's Blues" ein. Über Sonny Terry und Brownie McGhee, deren Zusammenarbeit von 1940 bis in die frühen 1980er Jahre währte, gibt es im Grunde nichts hinzuzufügen, was nicht bereits gesagt oder geschrieben wäre, außer dass sie der Box mit 25 Titeln das meiste Material beisteuerten - davon sieben Titel mit der Truppe um Chris Barber.

Annie Sauerwein

 
DIVERSE - Blues Legends In London


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