backVielvölker-Folk aus Kaolack

Pape & Cheikh

Lieder für das Senegal-Boot

go! www.virgin.de
go! www.realworldrecords.com
www.jololi.com
Discographie:
(Auswahl)

„Yakaar“(Jololi, 2001, Kassette)
„Mariama“ (Real World/Virgin, 2002)

Der Bob Dylan Senegals – auf dieses Attribut war lange Zeit der smarte Crooner Ismael Lô abonniert. Lô hatte schon in den Achtzigern den Folk in Westafrika salonfähig gemacht, als Youssou N'Dours Mbalax-Tanzmusik noch die Szene dominierte. Doch nun, unterstützt durch das erwachte politische Bewusstsein der senegalesischen Jugend und gestärkt durch die neue Regierung von Abdoulaye Wade, treten immer mehr Sänger in Erscheinung, die sich statt mit Tama- und Sabar-Trommeln mit Gitarren und engagierten Worten bewaffnen. Chérif Mbaw, El Hadj N'Diaye und nun auch das Duo Pape Amadou Fall und Cheikhou Coulibaly, kurz Pape & Cheikh, gewinnen nicht nur national, sondern auch auf europäischem Terrain Aufmerksamkeit. Bei letzteren hat Real World ein wenig nachgeholfen, wie die beiden senegalesischen Musiker im Folker!-Gespräch erzählten.

Von Bernd Bothy

Frage: Eure Wurzeln liegen in der Region Kaolack, die eng verbunden ist mit der Kultur und Musik der Serer. Auch wenn ihr selbst keine Serer seid, habt ihr viele Elemente aus deren Musik in eure Musik übernommen. Wie kommt das?

Pape & CheikhCheikhou Coulibaly (Cheikh): Die Region Kaolack ist ein Knotenpunkt der Kulturen, es gibt dort eine Menge Ethnien, die Serer, die Wolof, Mande und Tukulor. Schon als wir jung waren, haben wir eine Gruppe gegründet mit Serer-Freunden. Deshalb wissen wir, wie sich die Serer benehmen, wie sie leben, wie sie feiern, denn es ist ein Volk, das immer singt, sehr fröhlich ist. Besonders bei den Kampf-Zeremonien, den Hochzeiten und Taufen wird viel Musik gemacht. Das hat uns sehr inspiriert. Pape hat später sogar acht Jahre in einem Serer-Dorf gelebt und sich die Kultur angeeignet.

Pape Amadou Fall (Pape): Meine Mutter ist halb Wolof und halb Mande, mein Vater ist Wolof, aber ich habe viele Freunde, die Serer sind, so haben sich die verschiedenen Einflüsse unserer Musik ganz natürlich entwickelt.

Frage: Auf der Bühne sind drei akustische Gitarren im Zentrum der Show und eure Musik hat deutlich hörbare Einflüsse aus der anglo-amerikanischen Folkmusik. Man sagt, eurer großes Idol sei Bob Dylan. Bezogen auf sein Gitarrenspiel oder auch auf seine Art, Protestsongs zu schreiben?

Pape & CheikhPape: Beides. Aber neben Bob Dylan haben wir auch viel Joan Baez, Marley oder Simon & Garfunkel gehört. Wir sind deshalb so von ihnen angetan, da in unserer Kultur die Verbindung zwischen Gitarre und Botschaft ebenfalls so fundamental ist. Wenn bei uns jemand zur Gitarre greift, dann hat er ein soziales oder politisches Anliegen. Die akustische Gitarre ist fast ein Synonym für die politische Aussage. Es geht darum, das Volk zu beruhigen, den Leuten in schwierigen Zeiten Mut zuzusprechen, sich für die Eindämmung von Aids zu engagieren, all das wird von einem Sänger mit Gitarre erwartet.


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im Folker! 1/2003