backFolker!-Labelporträt (2):

Tropical Music

Die Karibik mitten in Deutschland

Tropical Music GmbH
Postfach 2230
35010 Marburg

Tel.: 0 64 21-2 63 33
Fax.: 0 64 21-2 17 91
E-Mail info@tropical-music.com
go! www.tropical-music.com

Sonne, die einem auf den Pelz brennt, fruchtige Cocktails, gereicht von tropischen Schönheiten, und endlose Sandstrände, die sich am türkis-blauem Meer entlang ziehen, kommen einem bei Tropical Music vielleicht als erstes in den Sinn. Und tatsächlich weckt ein Blick auf die Homepage des Labels und Musikverlages solche Assoziationen. Doch das Büro von Tropical Music befindet sich fern tropischer Sonnenstrände inmitten einer der traditionsreichsten deutschen Universitätsstädte, nämlich in Marburg. Von dort aus operieren Claus Schreiner und seine beiden Kollegen, um unsere musikalische Welt so farbig wie möglich zu gestalten, und das seit nunmehr einem Vierteljahrhundert.

Von Claudia Frenzel

Künstlerinnen und Künstler
bei Tropical Music (alphabetisch):

An Chang Project; Azevedo, Waldir; Bonfa, Luiz; Bosco, João; Boukman Eksperyans; Bunnett, Jane; Chediak, Almir; Cartola; Cavour, Ernesto; Cesar, Pupy, y Los Que Son, Son; Chantre, Teofilo; Cicala Mvta; Da Vila, Martinho; Dalaras, George; Einhorn, Mauricio; El Reto; Evora, Cesaria; Farantouri, Maria; Gieco, Léon; Gonzaguinha (L. Gonzaga jr.); Gran Afro Cuban Orchestra de Generoso Jimenez; Grupo Tano; Guzmán, Pedro; Hurtado, Cheo; Kamusasadi, Vum Vum; Kili, Houssaine; Leyva, Pio; Livaneli, Zülfü; Lobo, Edu; Los Sabandeños; Manigat, Eval & TCHAKA; Martin, Mayte; Mbassi, Coco; Milanés, Pablo; Minguye Liang, David; Miyake, Jun; Morales, Tiburon; Nascimento, Milton; Nyolo, Sally; Ondekoza; Pedroso, Cesar; Piazzolla, Astor; Pinikpikan; Powell, Baden & Trio; Ramirez, Humberto; Rara Machine; Rivero, Sergio; Rão, Kyao; Samuels, Dave with Michael Sagmeister; Sawt El Atlas; Schunke, Sebastian; Sivuca; Sodré, Raimundo; Soneros de Verdad; SongLine; Stahl, Bernd; SuZy; Sukuma, Stewart; Taburiente; Tapajos - Peranzzetta; Tapajós, Sebastião; Theodorakis, Mikis;Vargas, Chavela; Yamashirogumi, Geinoh; Yupanqui, Atahualpa; Zumaqué, Francisco

Begonnen hat die Geschichte des Weltmusik-Labels mit den bunten Vögeln im Logo eigentlich bereits 1976. Claus Schreiner, Musik-Publizist und Verleger, der vor allem durch seine beiden in den 80er Jahren erschienenen Standardwerke "Música Latina" und "Música Popular Brasileira" zu einer Art Missionar in Sachen südamerikanischer Musik wurde, und der Verleger Franz König gründen einen Musikverlag in Darmstadt. In den Anfangsjahren widmen sie sich in erster Linie der brasilianischen Musik, erstellen einen Katalog über brasilianische Autoren und bringen von ihren Reisen immer wieder Platten aus Südamerika mit nach Deutschland. Der Kreis der Interessenten ist noch klein und vom heute schon fast inflationär gebrauchten Begriff der Weltmusik spricht noch niemand. Aber das Interesse an südamerikanischer Musik wächst mit der Zeit auch in Deutschland. Ein kleiner Mailorderversand deckt vorerst den Bedarf. Erst ab 1983 bringt Tropical Music auf Anraten von Wolfgang Frickenhaus, dem damaligen Geschäftsführer des Pläne-Musikverlags, eigene Platten heraus und das seither mit für Weltmusikverhälnisse beachtlichem Erfolg.

Günstige Ausgangsposition

Die Ausgangsposition für das junge Label ist gut. Die Platten sind in der Regel bereits fix und fertig produziert und meist schon in Lateinamerika erschienen. Das Interesse der europäischen Plattenfirmen an der Veröffentlichung solcher Musik geht mangels Kunden eher gegen Null und so kann Tropical Music meist problemlos Lizenzen für ganz Europa erwerben. Bereits im Herbst 1983 erscheinen mit "Live in Argentinien" von Mercedes Sosa, "Noticias do Brasil" von Milton Nascimento und Sebastião Tapajós "Aquarelas do Brasil" die ersten drei LPs bei Tropical Music. Im Jahr darauf wird Astor Piazolla erstmals in Deutschland mit seinem legendären "Libertango" veröffentlicht. Auch lange vor dem heutigen Bossa-Nova-Hype macht sich Tropical Music bereits auf diesem Gebiet verdient. 1984 erscheinen bei den Marburgern zwei Compilations der Bossa-Nova-Legende João Gilberto.

Claus Schreiner, den seine Reisen bereits vielfach durch Südamerika geführt haben, versucht zudem verstärkt, die Größen der südamerikanischen Musik auf Tourneen nach Europa und Deutschland zu holen. Im Gegensatz zu heute fungiert er in dieser Zeit noch selbst als Tourneeveranstalter, legt seine Entdeckungen den deutschen Konzertveranstaltern und Medien ans Herz. Das Interesse an ihnen ist nicht riesig, aber leichter als heute lassen sich die Musiker in Fernsehen und Rundfunk platzieren. 1986 schafft Mercedes Sosa mit TV-Auftritten in Deutschland den großen Durchbruch. Sie ist seitdem das Verkaufshighlight und Zugpferd im Stall von Tropical Music. Zu ihr gesellen sich bald die Griechen George Dalaras und Mikis Theodorakis, Cesaria Evora von den Kap Verden, der Brasilianer Baden Powell, die japanische Gruppe Ondekoza und einige andere mehr.


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im Folker! 4/2002