backDie besondere CD

Wie in jedem Folker gibt es auch diesmal wieder zwei CDs, die aus der Masse herausragen:

Schottland RUNRIG --> The Stamping Ground
Italien RICCARDO TESI – BANDITALIANA --> Thapsos


Die Besondere - Schottland

RUNRIG

The Stamping Ground

(Columbia/Sony Records 503029 2)
12 Tracks, 56:41, mit Texten

Die Band mit dem unverkennbar schottischen Sound hat harte Jahre hinter sich. 1997 verliess Donnie Munro die Gruppe, Probleme mit der Suche nach einem neuen Sänger, eine fast fertige CD mit fehlendem Gesang, der vom endlich gefundenen Sänger Bruce Guthro schnellstens nachgeliefert wurde (entsprechend flach klang „In Search Of Angels“ auch) und dann die üblichen Füllsel in Form von Live-CDs. Aber die Band mit dem unverkennbar schottischen Sound ist wieder da! Mit „The Stamping Ground“ liefern Runrig eines der besten Alben der 28jährigen Bandgeschichte ab. Die Gruppe klingt wieder wie eine Einheit, Bruce Guthro ist nicht nur als Sänger angekommen, auch als Mitglied der Kreativabteilung des Unternehmens ist er mittlerweile integriert. Diese CD besitzt überdies all das, was Runrig-Fans lieben. Hymnen, Balladen und Ohrwürmer, ganz gleich ob in Englisch oder Gälisch. Ein einziger klitzekleiner Kritikpunkt: Das Cover ist ziemlich einfallslos! Viele Leser dieser Zeitschrift wird es freuen: Das Runrig-Motto lautet klar und deutlich „Back to the roots“ Selten hatte ein Album des Sextetts neben dem harten, melodischen Schotten-Rock soviele traditionelle Elemente vorzuweisen: Der (elektronische) Dudelsack, die Fiddle, a-capella-Gesang, akustische Passagen sowie Melodien, die tief aus der musikalischen Tradition des Landes kommen. Die Atmosphäre des Titelstücks oder die Ode an die Travelling People „The Summer Walkers“ klingen vertraut wie eine Party in einer Village Hall auf den Äusseren Hebriden. Selten stand eine populäre Band musikalisch so überzeugend für Rockmusik mit kräftigen Wurzeln. Selten waren Runrig besser!

Mike Kamp


Die Besondere - Italien

RICCARDO TESI – BANDITALIANA

Thapsos

(Dunya Records/Gebhardt fy 8034)
15 Tracks; 61:53; mit Texten

Da ist er wieder, dieser Wanderer zwischen musikalischen Welten – und vom ersten Ton an nimmt er einen gefangen. Bereits „Justin“, das erste Stück, seinem madagassischen Freund und Berufskollegen Justin Valli gewidmet, zeigt, wo’s lang geht. Angesagt sind Klänge von Madagaskar bis Griechenland mit zwei festen Standbeinen in der Toscana. „Thapsos“ ist die zweite CD, die der Melodeon-Virtuose mit seiner Banditaliana eingespielt hat. Faszinierte das Debut-Album durch seine Vielseitigkeit, glänzt das Folgewerk zusätzlich durch Geschlossenheit. Befanden sich auf dem Erstlingswerk die gesungenen Titel ausschliesslich am Anfang, nehmen sie auf „Thapsos“ einen prominenteren Platz ein. Und das zu recht: Der Banditaliana-Kollege Maurizio Gehri ist nicht nur ein hervorragender Gitarrist, er ist auch ein Sänger, der Gefühle wunderbar rüber bringt und einem bei ruhigen Stücken wie dem „Largo Waltzer“ wohlige Schauer den Rücken hinunter jagt. Banditaliana sind allesamt Meister im Evozieren von Gefühlen. Allen voran der Knopfakkordeonmeister Tesi. Er setzt sein Instrument so wirkungsvoll ein, dass er sich nie zu vordergründiger Virtuosität hinreissen lassen muss. Und das gilt für das ganze Quartett. Der Saxophonist Claudio Carboni und der Perkussionist Ettore Bonfè wissen genau, wann sie Akzente setzen müssen. Und Riccardo Tesi wäre nicht der beste Melodeon-Spieler seines Landes, würde er seinen Mitmusikern nicht genügend Platz einräumen. Hier ist ein Werk entstanden, das swingt, folkt, jazzt und atmet. „Thapsos“ ist für mich ein heisser Anwärter auf das Album des Jahres.

Martin Steiner


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