backMusik bis zum Sonnenaufgang

Strictly Mundial in Zaragoza

Weltmusik unter Spaniens blauem Himmel

Auch wenn die Weltmusikmesse Strictly Mundial aus einem Streit der ansonsten brüderlichen Weltmusikgemeinde entstand, war ihre erste Veranstaltung in Zaragoza gleichermaßen stimulierend und erfreulich. Sich in vier Tagen mehr als sechzig Bands aus der regionalen Szene anzuhören, marokkanische und Latin-Bands mal mitgezählt, in einer wunderbaren mittelalterlichen Stadt im Süden Europas, bei reichlich Rotwein, Paella und was sonst noch so schmeckt – das kann so falsch nicht sein. Auch dann, wenn das Programmheft erst zwei Tage später eintraf und die eher laxe Organisation nicht mit der nordischen Gründlichkeit mithalten konnte. Sei´s drum: Wenn es das Ziel war, eine Plattform für lokale Gruppen und internationale Festival-Organisatoren zu sein, dann war die Messe durchaus erfolgreich.

Von Petr Doruzka

Im Sommer 1998 war es, als sich die Weltmusik-Profis in zwei Lager teilten: Die WOMEX, eine inzwischen gut eingeführte Mischung aus Showcases, Handel und Konferenz, und das European Forum of World Wide Music Festivals, die entscheidende Kraft hinter Strictly Mundial. Zwei Jahre nach der schmerzlichen Trennung scheint es nun genug neue Talente und öffentliches Interesse für beide Veranstaltungen zu geben.

Zaragoza, Hauptstadt der Region Aragón, liegt genau zwischen Madrid und Barcelona, nahe genug, um die reichen Musikvorkommen in Katalonien, Galicien und Baskenland mit abzuschöpfen. Die Showcases, von 16 Uhr bis um 3 in der Frühe, bestätigten, was man von vielen Seiten hört: Dass die iberische Musik farbenreich, aber kaum bekannt sei. Mit Eliseo Parra etwa konnte man alte Lieder und Tänze entdecken, so etwas wie die kastilischen Muszikás. Oder mediterrane Musik mit María del Mar Bonet aus Mallorca, bis hin zu portugiesischer Chor- und Dudelsacktradition mit Gaiteros de Lisboa.

Übersetzung aus dem Englischen: Luigi Lauer


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