backDeutsche Texte zu internationaler Folkmusik

Sneppedalen

Der 3. Preisträger beim Deutschen Folkförderpreis 2000

Zum 10. Mal geht in diesem Jahr der Deutsche Folkförderpreis über die Bühne. Nach vielen Debatten gibt es eine neue Konzeption, (noch) keinen neuen Namen, eine neue Jury und einen Auslober weniger (s. Szene). Nach intensiver Diskussion haben die Herausgeber des Folker! beschlossen, sich aus dem Auslobergremium zurückzuziehen. Dafür haben ausschließlich arbeitstechnische Gründe den Ausschlag gegeben. An der Unterstützung des Folker! für diesen in Deutschland so wichtigen Preis zur Förderung der Folk, Lied- und Weltmusikszene ändert das nichts. Gemeinsam mit Triangel, dem Programm-Magazin von MDR Kultur, wird der Folker! auch künftig über den Wettbewerb und die Preisträger berichten.

An dieser Stelle soll zunächst jedoch einmal die Berichterstattung über den Folkförderpreis des vergangenen Jahres abgeschlossen werden. Die Gruppe Sneppedalen aus Dresden erspielte da beim Wettbewerbskonzert in Rudolstadt den 3. Platz.

Von Piet Pollack

Ihr seid aus Dresden, wo es eine vielfältige Musikszene gibt. Auch im Folkbereich tauchen häufig Gruppen aus dieser Region auf. Ist Dresden eine gute Umgebung für diese Art Musik?

Kontakt:

Andreas Gableske
Schönfelder Str.8
01099 Dresden

Tel/ Fax: 0351 8042994
E-Mail sneppedalen@gmx.de

CD:

Sneppedalen, „Wie das ist”
(C 2000; 11 Tracks; 45:02; mit Texten)

Wir können andere Städte schlecht einschätzen, aber Dresden bietet schon eine Menge an Möglichkeiten. Das betrifft Plätze und Orte zum Auftreten, aber auch Veranstalter. Es gibt das „Elbauenfest” oder die „Kulturinsel Einsiedel”, gerade die Umgebung bietet eine Menge.

Ich habe eure CD gehört und es fällt mir schwer, die Musik zu charakterisieren. In kurzen Worten oder in „Schubladen”-Form geht es gar nicht. Als Slogan nennt ihr es allgemein „ausdrucksstarke, spannende Musik zu deutschen Texten”. Reicht das?

Wir nehmen aus vielen Töpfen etwas. Da ist Rock dabei, auch Folk, Walzer, Tango und Zigeunermusik. Folk jedoch eher aus östlicher Richtung, nichts Irisch-Keltisches. Mehr jiddisch. Manche aus der Band finden Element of Crime sehr gut. Wir hören Giant Sand, Lou Reed oder Loyko gern. Oder Calexico, obwohl wir keine mexikanische Musik machen. Aber die Art, Instrumente zu benutzen und Gefühle zu erzeugen, ist doch sehr ähnlich. Es sind akustische, aber auch elektrische Anteile dabei. Auch wenn man nie so richtig sagen kann, wir sind eine Rockband oder eine Folkband. Auf der CD sind ein Reggae und ein Blues drauf. Die osteuropäische Folklore wird ein großer Einfluss bleiben. Wir haben viele Farbtupfer auf der CD und die Farben liegen in den einzelnen Liedern. Das Programm soll zukünftig ein Stück homogener werden, aber das Spektrum erhalten bleiben. Das ist unser Anspruch.

Wie entstehen bei solcher Einfluss-Vielfalt eure Titel?

Die Liedidee entsteht meist bei Alex Höfer, unserem Gitarristen, oder bei Andreas Gableske, dem Akkordeonisten und Sänger. Die anderen Musiker lassen dann ihre Vorlieben über die Spielweise der Instrumente oder Arrangementvorschläge einfließen. Die letztendliche Entscheidung ist dann meist aus dem Bauch: Geht es so? Klingt es? Die Texte sind von der Band selbst, wenig Traditionelles. Das war auch ein Grund für die Gründung der Gruppe. Wir wollten die eigenen Ideen und Stücke auf die Bühne bringen. Die Texte sind schon sehr persönlich, also Dinge, die Alex oder Andreas beschäftigen. Dabei kann es durchaus passieren, dass manche Texte bei der Band keinen Anklang finden. Das ist im ersten Moment bitter, aber das passiert eben. Beim Liederschreiben hat man schon die Umsetzung im Hinterkopf, was jeder so spielen könnte. Manchmal ist es aber überraschend, was letztendlich rauskommt.


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